21 im Wohnzimmer – wie weit kommt man mit Kartenzählen wirklich?

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Wir versetzen uns kurz zurück ins Jahr 2008, als man mit dem Namen Jim Sturgess noch mit jemandem in Verbindung brachte, für den sich süße Mädels eine Kinokarte kauften: Der Film „21“ über das Blackjack-Team vom MIT, das in Vegas ordentlich abräumte, war damals in aller Munde. Wohl auch, weil die größten Mathe-Nerds hier auf einmal wie heiße Prom-Queens und –Kings aussahen – ein Szenario, das sonst wohl eher im Märchen anzutreffen ist. Und klar, wären die Schauspieler hässlich gewesen, hätte man ihnen viel weniger gern beim Dollarzählen zugesehen.

Neben den ebenmäßigen Visagen der Protagonisten blieb aber vor allem eines hängen: Mit ein wenig Hirn kann man es selbst im Glücksspielmekka zu sicheren Gewinnen bringen. Gut möglich, dass ambitionierte Matheprofs in der Folge des Films selbst Schulausflüge in die Wüste von Nevada unternahmen. Zu ähnlicher Berühmtheit hat es zwar keine Crew mehr geschafft, aber die Prinzipien des Films kann man durchaus für sein eigenes Spiel nutzen. Denn oft sind es einfache aber effektive Blackjack-Strategien, die einem den entscheidenden Vorteil gegenüber den anderen Spielern verschaffen. Dieser Artikel präsentiert einige davon.

Grundwissen: Die Hi-Lo-Strategie

Karten beim Blackjack haben einen unterschiedlichen Wert für den Spieler. Der Wert ist dabei abhängig davon, ob die Karte dem Spieler oder dem Haus einen Vorteil verschafft. Und die Grundregel eines jeden Casino-Spiels, ob online oder offline, ist natürlich: Je geringer der Hausvorteil, desto besser. Die Werte beim Blackjack sind dabei nicht unbedingt intuitiv. Die Karten 2, 3, 4, 5 und 6 bringen dem Spieler einen Vorteil: Werden sie ausgelegt, bleiben im Kartensatz mehr interessante Karten übrig und die Chancen des Spielers auf einen Gewinn steigen. Deshalb tragen diese Karten den Wert +1 (Hi). Bei den Karten 10, Bub, Dame, König und Ass ist es umgekehrt: Je mehr von diesen Karten ausgeteilt werden, desto mehr sinkt die Aussicht auf interessante Hits. Sie bekommen deshalb einen Wert von -1 (Lo). Die übrigen Karten (7, 8 und 9) bekommen den neutralen Wert 0: Von ihnen hat weder der Spieler noch das Haus einen Vorteil.

Beim Blackjack werden Spielern zu Beginn einer Runde zwei Karten zugeteilt. Den Wert dieser Karten muss man nun im Auge behalten: Beispielsweise hat ein Kartenpaar bestehend aus 7 und Dame einen Wert von -1. Ein Kartenpaar von 3 und 5 hat einen Wert von +2. Und eine Runde bestehend aus diesen beiden Paaren hat einen Wert von +1. Man spricht hier auch vom „Running Count“. Von ihm macht man seinen Wetteinsatz abhängig: Bei einem positiven Running Count erhöht man seinen Einsatz, während man ihn im umgekehrten Fall reduziert.

Zählen für Fortgeschrittene

Im Blackjack spielt man in der Regel mit mehr als einem Kartensatz. Beispielsweise werden an vielen Casinotischen fünf vollständige Decks verwendet. Auf diese Decks haben die Karten, die aktuell ausgeteilt werden, selbstverständlich keinen Einfluss. Will man sich trotzdem einen Vorteil verschaffen, muss man unterscheiden zwischen „Running Count“ und „True Count“. Hierfür ist ein wenig Bruchrechnen angesagt, aber auch für Zocker ohne Eins in Mathe sind diese simplen Rechnungen zu meistern. Um an den „True Count“ zu kommen, teilt man den „Running Count“ durch die Anzahl der verbleibenden Kartensätze. So ist bei einem „Running Count“ von -7 und drei verbleibenden Decks der „True Count“ -2 – denn von 2.3 wird der Einfachheit halber auf die nächste ganze Zahl abgerundet.

Wie hoch darf der Einsatz sein?

Grundsätzlich gilt – wie bereits erwähnt – ein positiver Count bedeutet Erhöhung, ein negativer Reduzierung. Nun macht die vorangehende Rechnung aber deutlich, dass der „Running Count“ die Chancen viel besser aussehen lassen kann, als sie nach „True Count“ tatsächlich sind. Basis für einen Einsatz ist deshalb immer der „True Count“: Die richtige Summe berechnet sich, indem man vom True Count eine Wetteinheit abzieht. Ein True Count von 4 fordert daher beispielsweise einen Einsatz in Höhe von drei Wetteinheiten.

Funktioniert Kartenzählen auch online?

Ähnlich wie Poker ist Blackjack ein sehr strategisches Kartenspiel, bei dem man sich sogar einen Vorteil gegenüber dem Haus verschaffen kann anstatt umgekehrt. Für Casinos, online wie offline, ist das ein Risiko, weshalb Kartenzählen mancherorts verboten ist und in Online-Casinos manchmal schier unmöglich: Sie verwenden bestimmte Algorithmen, die den Spieler daran hindern, „on top of things“ zu bleiben. Anders ist das im Online-Casino mit Live-Dealer: Hier funktioniert das Spiel nach den gleichen Regeln wie in landbasierten Casinos. Wer also über gute Fähigkeiten zum Kartenzählen verfügt, kann sich hier einen bequemen Vorteil verschaffen.

Die Hi-Lo-Strategie ist nur eine von vielen Blackjack-Strategien, aber es ist bei weitem die simpelste und am weitesten verbreitete. Sie ist für Anfänger geeignet, aber auch etablierte Profis verlassen sich noch auf sie. Um allerdings wirklich Erfolge damit zu feiern, hilft nur eines: Übung. Und die holt man sich am besten nicht gleich „on the scene“: Am Wohnzimmertisch mit guten Freunden kann man genügend Erfahrung sammeln, ohne dabei ausgenommen zu werden wie eine Weihnachtsgans. Sitzen die Regeln dann – und zwar richtig! – kann man sich in die freie Laufbahn wagen, online oder eben offline.

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