3D gegen 2D Grafik: Eine Frage der Ästhetik

gameZINE.de vergleicht 2D- und 3D-Grafik in MMORPGs und zeigt Vor- und Nachteile beider Engine-Methoden auf.

3D gegen 2D Grafik Eine Frage der Ästhetik
3D gegen 2D Grafik Eine Frage der Ästhetik

2D oder 3D, das ist hier die Frage… Bis etwa Anfang der 1990er-Jahre stellte sich diese Frage gar nicht, denn bis zu diesem Zeitpunkt gab es eigentlich keine Spiele, die eine 3D-Engine nutzten. Man war mit 2D zufrieden, wanderte mit seinen Helden durch handgezeichnete Landschaften und erfreute sich spannender Abenteuer.

Doch natürlich entwickelte sich die Technologie vor allem hinsichtlich der Grafik in Computerspielen weiter. Die ersten 3D-Spiele sahen zwar nicht hübsch aus, faszinierten aber trotzdem. Aber bis heute gibt es Verfechter der 2D-Grafik, die behaupten, dass diese Spiele deutlich mehr Atmosphäre hätten. Daher vergleichen wir heute mal 2D- und 3D-Grafik und schauen uns die Vor- und Nachteile beider Verfahren an.

Der Vorteil einer 3D-Engine ist, dass Entwickler mit einfacheren Werkzeugen Modelle erstellen und diese animieren können. Dies ist bei einer 2D-Engine deutlich schwerer, da für jede Bewegungsphase der Spielfigur eine extra „Zeichnung“ angefertigt werden muss – das dauert natürlich länger und kostet daher auch mehr Geld. Auf der anderen Seite haben Künstler mit einer 2D-Grafik mehr Freihheiten, um einen besonderen Stil in das Spiel zu bringen, was bei 3D oft an einigen Limitierunge scheitert, da alles aus Vielecken, sogenannten Polygonen besteht.

Heutige Spiele nutzen fast nur noch eine 3D-Engine, auch im Bereich der MMORPGs. Nicht nur aus dem oben genannten Grund der „einfacheren Entwicklung“. Es hat sich inzwischen einfach „eingebürgert“, dass Computerspiele eine 3D-Engine haben müssen. Damit kann man die Effekte seiner Grafikkarte ausreizen und erhält vor allem, was die Animationen und Special Effects angeht eine beeindruckendere Optik. Je mehr Effekte und je mehr Fachbegriffe in der Featureliste einer Spieleengine aufgelistet sind, desto cooler muss das Spiel sein. Doch Grafik ist nicht gleich Spielspaß, obwohl sie natürlich auch maßgeblich dazu beiträgt.

Fraktales 3D-Design
Fraktales 3D-Design

Ein weiterer Vorteil einer 3D-Engine ist, dass man das Geschehen in Spielen aus einer First- oder Third-Person-Sicht erleben kann. 2D eignet sich dafür besser für eine isometrische Perspektive. Würde ein World of Warcraft oder das bald erscheinende Star Wars. The Old Republic mit einer 2D-Iso-Sicht funktionieren? Wohl eher nicht, da Spieler inzwischen einfach die 3D-Ansicht gewöhnt sind. Und trotzdem erscheinen auch heute noch MMORPGs mit 2D-Optik, allerdings fast nur in Asien oder mal aus Frankreich (Dofus). Schaut man sich die asiatischen Onlinespiele an, seien sie 2D oder 3D, und vergleicht diese mit westlichen MMOs, fällt sofort ein grafischer Qualitätsunterschied auf. Viele – aber natürlich beileibe nicht alle – asiatische MMORPGs nutzen keine High-End-Grafik. Im Fall des MMOs Hellgate: London etwa wurde die ursprüngliche Qualität sogar heruntergesetzt, nachdem HanbitSoft das Spiel übernahm. In Asien ist es deutlich wichtiger, dass so viele Spieler wie möglich das Spiel spielen können, als dass es gut aussieht.

Es wird immer nostalgische Spieler geben, die 2D einer 3D-Engine vorziehen. Doch im Gegensatz zu den allerersten 3D-Engines aus den 1990er-Jahren hat sich in diesem Bereich so viel getan, dass man inzwischen nicht mehr sagen kann, 3D sieht nicht so detailliert und atmosphärisch aus wie 2D. Aber die Herkunft, die 2D-Engines, sollte man immer in Ehren halten. Wie seht ihr dies? Lieber 2D oder doch 3D?

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