Bedeutet das Aus von Everquest Next gleichzeitig das Aus des MMORPG-Genres?

Daybreak Games‘ Russell Shanks erklärte in einem offenen Brief an die Community, dass man die Einzelteile von Everquest Next zusammengefügt und dann festgestellt habe, dass es keinen Spaß machen würde. Daher hat man sich entschieden, die Entwicklung des Spiels einzustellen.

Übersättigung bei den MMORPGs

Sieht man sich mal im Genre um, dann bemerkt man, dass eigentlich keine AAA-MMORPGs mehr erscheinen und auch offenbar keine geplant sind. Blizzard stellte Titan ein und konzentriert sich seitdem auf kleinere Spiele. Auch bei Daybreak Games scheint sich ein solcher Trend abzuzeichnen. Landmarkt wird noch im Frühjahr als Budgettitel für 10 Dollar erscheinen und das Zombie-MMO H1Z1 wurde in zwei kleinere Titel aufgeteilt. Dass man die größeren MMORPGs im Portfolio, die noch gut laufen, auch weiterlaufen lässt, ist klar. Doch das Risiko eingehen, ein neues AAA-MMORPG zu entwickeln, dass Millionen in der Produktion verschlingt und von dem man nicht weiß, ob es bei den Spielern ankommt, das will man offenbar nicht mehr.

Das Genre wird wieder erstarken

Heißt das nun, dass das Aus von Everquest Next das Ende der MMORPGs einläuten wird? Nein. Ja, das Genre ist derzeit nicht mehr auf dem Zenit, wie noch vor einigen Jahren. Es stellt sich eine Art Übersättigung ein, die aber auch schon andere Genres durchgemacht haben. Es gab längere Zeit keine Single-Player-RPGs mehr, keine Rundenstrategiespiele, keine Adventures. Doch diese Genres sind derzeit so erfolgreich wie nie. So wird es wohl auch den MMORPGs ergehen. Das Genre wird sich irgendwann wieder erholen, wenn einige Zeit ins Land gezogen ist und dann ein MMO erscheint, das die Gamer mit neuen, mutigen Ideen so begeistert, um einen neuen Boom auszulösen.

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