Bioware rechtfertigt sich für Enthüllungsartikel, bevor dieser erschienen ist

Jason Schreier von Kotaku veröffentlichte einen Artikel über die Entstehung des Online-Shooters Anthem, in dem einige Dinge genannt werden, die Spielern die Haare zu Berge stehen lassen. Doch bereits im Vorfeld der Veröffentlichung dieses Artikels rechtfertigte sich Bioware dafür.

Im Artikel von Jason Schreier ist zu lesen, dass Bioware unter extrem stressigen Bedingungen an Anthem arbeitete. Mitarbeiter wurden vom Stress sogar krank, bekamen Depressionen. Einige verließen Bioware deswegen. Anthem selbst wurde immer wieder verändert, weil eine Führungskraft im Team fehlte und es damit keine eindeutige Vision mehr gab. Die Frostbite-Engine machte ständig Probleme. EA zeigte sich wenig begeistert vom Prototyp und im Grunde hatte das Entwicklerteam kurz vor der Enthüllung des Spiels auf der E3 2017 so gut wie nichts Spielbares vorzuweisen. Sogar der Name des Spiels wurde kurz vor der E3 von „Beyond“ in „Anthem“ geändert und die Entwickler mussten sich schnell eine neue Story einfallen lassen, um diesem neuen Namen einen Sinn zu geben. Das, was Jason Schreier beschreibt, ist eine katastrophale Entwicklung und im Grunde ein Armutszeugnis für Bioware, die mal ein so großartiges Studio waren.

Bioware hat sich zu einem kritischen Artikel zur Entstehung von Anthem geäußert, bevor dieser überhaupt erschienen ist. Klick um zu Tweeten

So schlimm dies auch ist, Bioware rechtfertigte sich für diesen Artikel schon bevor er überhaupt erschienen war. Diese „Antwort“ auf etwas, was noch gar nicht gelesen werden konnte, ist ein Angriff auf die Pressefreiheit. Man wollte den Artikel entkräften, bevor er gelesen werden konnte, bevor man überhaupt wusste, was darin steht. Und Bioware rechtfertigt sich für Arbeitsbedingungen, die einfach untragbar sind. Untragbar deswegen, weil der Bericht von Jason Schreier zeigt, wie wenig diese Arbeitsweise mit ständigen Überstunden und Stress letzten Endes gebracht hat. Anthem startete mit heftiger Kritik und schlechten Bewertungen. Hat es sich also gelohnt, so zu arbeiten?

Man spürt regelrecht die Angst hinter dem Statement von Bioware. Es vor der Veröffentlichung des eigentlichen Artikels herauszubringen zeigt schon, dass man entweder wenig Verständnis für die Kritik hat oder sie extrem fürchtet. Denn Bioware steckt in der Krise. Mass Effect: Andromeda war schon nicht das, was sich die Spieler und Entwickler erhofften und dasselbe passiert momentan mit Anthem. Da stellt sich die Frage, wie lange Electronic Arts dies mitmacht. Wie lange will Electronic Arts die Kritik hinnehmen, die immer heftiger wird, bevor Konsequenzen gezogen werden? Bioware hat Angst, doch die Reaktion auf den Bericht von Jason Schreier ist falsch. Statt Erkenntnisse daraus zu ziehen und Veränderungen vorzunehmen, schlägt man wild um sich. Damit macht man solche Situationen aber nicht besser…

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein