Cyberpunk 2077: Chronologie eines Desasters

Cyberpunk 2077
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Seit Wochen ist das Desaster um Cyberpunk 2077 in aller Munde, jetzt kam als krönender Abschluss der Rauswurf aus dem Sony PlayStation Store. Doch wie kam es zu der Katastrophe um das Mega-Videospiel des Jahres 2020: Cyberpunk 2077? Videospiele für Erwachsene sind ganz groß in Mode. Neben den Spielkonsolen wie Xbox und Playstation sind besonders Online Casinos der Renner momentan. Allen voran Vulkan Vegas. Das mag daran liegen, dass Vulkan Vegas Erfahrung im vorbildlichen Umgang mit Kundenbedürfnissen hat. Ganz im Gegensatz zu CD Project Red, dem Hersteller von Cyberpunk 2077.

Noch nie gab es einen schlimmeren Absturz im Gaming-Business

Aber was ist denn nun bei Cyberpunk 2077 passiert, dass es zu so einer desaströsen Katastrophe kam, die den Börsenwert des Unternehmens innerhalb von ein paar Tagen um ein Drittel einbrechen ließ? Dazu führte, dass Spieler in allen möglichen Foren ihrem Frust freien Lauf ließen und es zu zahlreichen Kritiken kam. Das Schlimmste eintrat, was einem Mega-Game nur passieren kann: Sony verbannte es aus dem PlayStation Store und erstattete jedem Kunden das Geld zurück.

Wie immer drehen sich große Dramen um Geld, nämlich um viel Geld. In diesem Fall hatte das Spiel Entwicklungskosten von sage und schreibe 280 Millionen Euro. Bei sieben Jahren Entwicklungszeit. Es klingt eigentlich, als ob es das beste Spiel aller Zeiten werden würde. Aber der Reihe nach.

Cyberpunk 2077: Eine Katastrophe kommt ins Rollen

Im Mai 2012 kündigte CD Project Red das Spiel Cyberpunk 2077 an, im Januar 2013 erschien der erste Trailer. Von dem Moment an waren alle wie elektrisiert, der Hype stieg ins Unermessliche. 2017/2018 wurde dann die Werbemaschinerie so langsam hochgefahren, es tauchten regelmäßig neue Trailer auf, die vielversprechend waren. Im Juni 2019 wurde erstmals ein Veröffentlichungstermin bekannt gegeben. Für April 2020. Der wurde dann insgesamt viermal nach hinten verschoben, sodass am Ende der 10. Dezember als Datum feststand. Also acht Monate nach dem eigentlichen Veröffentlichungstermin. Nun gut, Corona hatte die Welt durchgeschüttelt, und man kann das alles verstehen. Außerdem besser verschieben, als ein unfertiges Spiel rauszubringen…  Soweit die Theorie.

Ein ganz dummer Fehler

Allerdings verheimlichte CD Project Red die ganze Zeit über, dass das Spiel auf den älteren Konsolen, die einen Großteil der Vorbestellungen ausmachten, miserabel lief. Man hoffte wohl, alles noch rechtzeitig fixen zu können. In dem Zusammenhang nehmen die Kunden der Firma ein Zitat besonders übel: „Das Spiel läuft erstaunlich gut auf den Konsolen“, ließ der Hersteller verlauten. Man muss dazu wissen, dass CD Project Red insgesamt 8 Millionen Vorbestellungen hatte, genug um alleine damit die Produktionskosten von 280 Millionen Euro wieder rein zu holen. Ohne diese Falsch-Information hätten sie die niemals zusammenbekommen.

Ein paar Wochen vor der Veröffentlichung tauchten dann erste Gerüchte auf, dass der Termin nochmal auf unbestimmte Zeit verschoben wird. Das hätte CD Project Red auch machen sollen, wie wir heute wissen.

Die Gier und ihre Konsequenzen

Aber die Dollarzeichen in den Augen wegen des Weihnachtsgeschäfts ließen den Hersteller bei dem Termin bleiben, was sich als ganz großer Fehler entpuppte, denn selbst die PC-Version, die noch am besten lief, war voller Fehler. Die Konsolen-Versionen waren auch eine Katastrophe.

Die Geschichte wird leider nicht besser. Im Netz tauchten immer mehr Videos auf, die die Programmier-Fehler (sog. „Bugs“) zeigten und sich darüber lustig machten. Für ein Spiel, das viermal nach Hinten verschoben wurde, ist das ja auch echt eine Blamage. Viel schlimmer aber sind die Videos, die einen Vergleich zwischen der grafisch tollen PC-Version und der hundsmiserablen „Last-Gen-Konsolen“-Version zeigen, also der PS4 und Xbox One, die Konsolen, die in Abermillionen von Haushalten stehen. Genau die Konsolen, wo explizit verboten wurde, darauf zu testen. Selbst Sony und Microsoft wurden böse überrascht, denn sie hatten CD Project Red vertraut, ohne Cyberpunk 2077 jemals auf den Last-Gen-Konsolen laufen gesehen zu haben. Es waren auch genau die Geräte, über die CD Project Red gesagt hatte: „Das Spiel läuft erstaunlich gut auf den Konsolen“.

Tja, im digitalen Zeitalter macht so ein Zitat schnell die Runde und die Fans fühlten sich sprichwörtlich hinters Licht geführt.

Der tiefe Sturz: Cyberpunk 2077 reißt alles in den Abgrund

Sony erkannte den Schaden zuerst und bot eine Rückerstattung an. Einen Tag später fiel der Börsenkurs von CD Project Red um unfassbare 34% und man merkte, dass man einen Riesenfehler gemacht hatte, und bekam Angst. Denn so ein Imageschaden kostet richtig viel Geld und ist im schlimmsten Fall nicht mehr auszubügeln. Also bot man allen Kunden den Umtausch über die Xbox und Playstation Stores an. Gleichzeitig kündigte man Riesen-Patches für Januar und Februar an, die dann das Spiel auch für die Konsolen top machen sollten. Dieses Versprechen mit den Riesen-Patches veranlasste Sony, ihre Umtauschaktion zu stoppen. Allerdings nur kurz, denn es gingen immer mehr Beschwerden bei Sony über die katastrophal schlechte Performance des Spiels ein.

Wie es meistens so ist, kommt ein Unglück selten allein. Cyberpunk 2077 löste darüber hinaus auch noch deutlich häufiger Epilepsien aus als andere Spiele. Also zog Sony die Reißleine und entfernte das Spiel aus dem Playstore. Im Handel ist es allerdings weiter zu haben, und sobald es vernünftig läuft, wird es auch wieder in den Playstation Store aufgenommen werden. 

Trotzdem ein Happy End?

Doch trotz alledem ist ein Happy End in Sicht, denn die Fehler werden wohl in einigen Monaten alle ausgebessert sein und das Spiel wird ja immer noch weiterentwickelt, um es mit immer mehr „Leben“ zu füllen. Solche Mega-Games, die eine vollkommen interaktive Welt beherbergen, brauchen eine Weile, bis sie richtig „gereift“ sind. Wie ein guter Wein. In etwa zwei Jahren dürfte Cyberpunk 2077 dann zu einer lebendigen KI-Symphonie gewachsen sein. Auf jeden Fall hat es das Zeug dazu, zu einem zweiten „GTA: San Andreas“ zu werden. Na dann, Prost.

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