Den Fußball Manager als Vorbild

Normalerweise orientieren sich gute Sport-Games an der Realität. Seit Jahren werden Fußballspiele wie die Reihe „FIFA“ oder Simulationen wie der „Fußball Manager“ ihren realen Vorbildern immer ähnlicher. Das hat nun sogar dazu geführt, dass ein echter Fußballverein von Aktiven vor dem Bildschirm gemanaged wird. Der TC Freisenbruch funktioniert seit zwei Jahren auf dieser Grundlage – und das nicht einmal schlecht.

Seit 2016 wird der TC Freisenbruch auf diese Weise geführt. Der Verein aus Essen, der zu Beginn des Projekts in der zweitniedrigsten deutschen Spielklasse antrat, ermöglicht jedem der Interesse hat, die Transferpolitik und sogar die Aufstellung des Vereins online mitzubestimmen. Einzige Voraussetzung: Wer sich als Manager des Vereins online registriert, muss im Monat fünf Euro zahlen.

Dann steht der Mitbestimmung nichts mehr im Wege. Im Gegenzug stellt der Verein alle relevanten Daten wie Statistiken, Trainingsvideos und Video-Empfehlungen des Trainers online zur Verfügung. Der Trainer kann zwar Empfehlungen geben, muss sich aber in letzter Konsequenz dem Votum der Community beugen. Das Projekt war von Anfang an erfolgreich.

Gleich in der Premierensaison mit dem neuen System, schaffte der Club den Aufstieg in die nächsthöhere Spielklasse. In dieser Saison läuft es dagegen nicht ganz so gut, Freisenbruch hängt im Mittelfeld der Tabelle fest. Auch die ungeplanten Abgänge zweier Spieler erschwerten die Situation, für Ersatz ist allerdings schon gesorgt. Mit einer überwältigenden Mehrheit von 95 Prozent wurden zwei neue Spieler verpflichtet.

Das Erfolgsmodell des Essener Vereins zeigt einmal mehr, wie wichtig die Rolle des Trainers in einer Mannschaft ist. Sei es es nun eine Person mit hundertprozentiger Bestimmungsmacht, oder eine Online-Community wie im Fall von Freisenbruch. Auch der FC Bayern hat wieder in die Erfolgsspur zurückgefunden – nach einem Trainerwechsel.

Seitdem Jupp Heynckes das Zepter bei den Bayern übernommen hat, eilt der Rekordmeister wieder von Sieg zu Sieg. Die Verfolger müssen mittlerweile wieder das vielzitierte Fernglas auspacken, wenn sie auf die enteilten Bayern an der Tabellenspitze blicken.

Das wiederum hat Auswirkungen auf die Online-Welt. Wer auch immer in der Bundesliga gegen die Bayern antritt, die Quote auf einen Sieg der Bayern-Gegner ist bei Fußball Wetten mittlerweile sehr hoch geworden.

Im Falle des Rekordmeisters hat sich insbesondere gezeigt, wie wichtig die Autorität eines Trainers ist. Heynckes-Vorgänger Ancelotti hatte im Verlauf seiner Amtszeit mehrere Spieler gegen sich aufgebracht. Die Folge war, dass der eine oder andere Akteur die letzte Leidenschaft auf dem Platz vermissen ließ.

Dass ein Trainer ohne Autorität auf Dauer keinen Erfolg generieren kann, wurde den Bayern-Verantwortlichen spätestens nach der blamablen Niederlage im Champions-League-Spiel gegen PSG klar. Ancelotti musste gehen, Heynckes übernahm. Der Routinier versteht es wie kaum ein Zweiter, das Mannschaftsgefüge zusammenzuhalten und auf jeden Spieler individuell einzugehen. Das ist eine Eigenschaft, die selbstverständlich auch beim Trainer von Freisenbruch gefordert ist.

Allerdings hat die Online-Community auch hier ein Mitspracherecht: Sollte sie mit den Leitungen des Trainers nicht zufrieden sein, so kann dessen Ablösung beschlossen werden. Im Falle von Misserfolg muss sich wiederum auch jedes einzelne Mitglied an die eigene Nase fassen: Denn die Entscheidungshoheit über Spielereinsätze und die Transferpolitik liegt ja bekanntlich bei der Community.

1 Kommentar

  1. Man kann ja als Teammanager nicht “nur“ über Aufstellung und Transfers entscheiden, sondern quasi über alles. Auch Finanzen, den Preis für Bier und Bratwurst, über den Fanshop und sogar den Trainer entlassen. Die 5€, die man monatlich einzahlt, kann man somit selbst verwalten. Einfach nur spitze!

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