Der Hass gegen Fallout 4

Die Fallout-Serie erblickte 1997 das Licht der Welt. Es handelte sich um ein isometrisches Rollenspiel mit taktischen Rundenkämpfen. Im Vergleich zur aktuellen Version legte man viel mehr Wert auf komplexe Fertigkeiten und ein strategisches Spielprinzip. Das sprach damals die Gamer an. Auch Teil 2, der 1998 folgte, setzte auf dieses Prinzip und erfreute die Spieler. Nach der Pleite von Interplay erwarb Bethesda Softworks die Rechte an der Marke und überraschte 2008 mit einem Fallout 3, welches sich doch stark von den Vorgängern unterschied. Das Spielgeschehen fand aus der Egosicht statt und die Rundenkämpfe wichen einem Echtzeit-Shooter-Kampf, wobei man mit V.A.T.S. ein optionales Pausesystem zum Zielen auf bestimmte Körperteile hinzuschalten konnte.

Schon damals hieß es von Hardcore-Fallout- und Hardcore-RPG-Fans, dass Bethesda die Spieleserie getötet hätte. Etwas milder ging man mit dem Spin-Off Fallout: New Vegas um, da dies von den ehemaligen Machern der beiden Originalspiele mitentwickelt wurde. Nun erschien Fallout 4 und die Fans gehen wieder auf die Barrikaden.

Der Zorn der Hardcore-Fans

Dabei bekommen die Entwickler die geballte Macht des Internets zu spüren und dort wird ja aufgrund der Anonymität, hinter der sich jeder verstecken kann, kein Blatt vor den Mund genommen. Beleidigungen, Beschimpfungen und sogar Drohungen stehen an der Tagesordnung. Fallout 4 ist etwas schneller und actionlastiger als der Vorgänger und „vereinfacht“ viele RPG-Systeme. Klar, dass diejenigen, welche die komplexen Fallout-Teile 1 und 2 liebten, jetzt noch mehr Angriffsfläche geboten bekommen. Betrachtet man die Sache aber nüchtern, ist Fallout 4 ein gutes Spiel. Es ist auch kein Shooter, denn es gibt noch immer genug Rollenspiel-Elemente. Klar, es ist nicht mehr wie Fallout 1 und 2, obwohl es denselben Humor nutzt, das Setting und die Hintergrundgeschichte. Wieso machen es so viele „Fans“ dann nieder? Weil sie sich ein Fallout wie die ersten beiden Teile gewünscht haben. Doch das wäre ein Nischentitel geworden. Sicher hätten es vor allem die Hardcore-Fans gespielt, doch eine breite Masse hätte man damit wohl eher nicht erreichen können. Fallout mehr in Richtung „Casual“ zu trimmen, ist für die Hardcore-Fans ein Akt des Verrats. Daher kann man den Unmut schon verstehen. Doch über all dem darf nicht vergessen, auch objektiv zu bleiben. Denn objektiv betrachtet, ist Fallout 4 trotz der vielen Änderungen ein richtig gutes Endzeit-RPG.

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