Die Goodgame Studios fühlen sich angegriffen

Goodgame Studios
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Ende November wurden Vorwürfe gegen das Hamburger Spielestudio Goodgame Studios laut, man hätte 15 Mitarbeiter entlassen, weil diese einen Betriebsrat gründen wollten. Die Gewerkschaft Ver.di schaltete sich ein und schürte diese Vorwürfe zusätzlich, während die Geschäftsführer der Goodgame Studios alles abstreiten. Jetzt behaupten Mitarbeiter, dass sich die Geschäftsführer als Opfer darstellen würden, die sich von Außen angegriffen fühlen.

Was ist denn überhaupt passiert?

Betrachten wir die Situation mal nüchtern: Gründer eines Unternehmens glauben oft, dass sie ihre Mitarbeiter gut und fair behandeln. Man hat ein offenes Ohr, man ist per Du, man bietet viele Freizeitmöglichkeiten und Parties an und sorgt für ein angenehmes Miteinander. Wollen die Angestellten dann einen Betriebsrat gründen, dann kann man sich schon mal auf den Schlips getreten fühlen. Vielleicht fällt man dann emotional Entscheidungen, die man später bereut. Ob dies bei den Goodgame Studios der Fall war, kann man nicht sagen, denn das Unternehmen hält sich bedeckt. Und vielleicht ist auch genau das ein weiterer Fehler. Wieso geht man mit der Situation nicht offen um? Jeder macht Fehler aber es zeugt von Größe, diese auch zuzugeben. Stattdessen meint man nur, dass die Kündigungen nichts mit der Gründung eines Betriebsrats zu tun hätten und lässt allen weiteren Spekulationen und allem, was da sonst noch so ans Tageslicht kommt, freien Lauf.

Weitere Vorwürfe…

So soll man die Einladung zur für die Gründung eines Betriebsrats nötigen Betriebsversammlung gar nicht an die Angestellten weitergeleitet haben – angeblich, weil diese nur auf Deutsch verfasst war und damit internationale Mitarbeiter ausgeschlossen gewesen wären. Zudem könne man kurzfristig keine Räumlichkeiten finden, an denen diese Betriebsversammlung stattfinden könne… Außerdem fühle man sich von Außen angegriffen und möchte sich die Handlungen nicht von Außen diktieren lassen. Derweil meinen Mitarbeiter, dass das Betriebsklima inzwischen einem „Spionagefilm“ gleiche, wie das Hamburger Abendblatt berichtet. Man wisse gar nicht mehr, mit wem man noch sprechen dürfe. Auch Ver.di zeigt sich entsetzt von den Ereignissen und meint, dass alles nur Hinhaltetaktik sei.

Ohne eine ausführliche und ehrliche Aussage der Goodgame Studios wird sich die Situation nur noch mehr verschärfen. Daher wäre es gut, wenn sich das Unternehmen endlich richtig äußern würde. Den entstandenen Schaden am Image wird man aber wohl so schnell nicht wieder flicken können…

2 Kommentare

  1. Wenn GGS einräumt, dass sie den Betriebsrat verhindern wollten, dann geben sie zu, dass sie eine Straftat begangen haben. Allein deshalb würde ich Ihnen nicht dazu raten.
    Aber mit der ganzen Sache offener und kooperativer umzugehen, wäre wirklich zu empfehlen. Der shitstorm hört ja nicht mehr auf.
    Dass die Story freilich stimmt, weiss ich aus erster Hand. Und es ist schon heftig.

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