Die Zukunft von Videospielen

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Von VR und AR bis hin zu KI – diese Technologien prägen die Zukunft von Videospielen.

Anfang 2019 sprach Netflix-CEO Reed Hastings über die größte Konkurrenz des beliebten Streaming-Unternehmens. Aber seine Einschätzung bezog sich weder auf Amazon noch das Kabelfernsehen oder Kinos. Denn seiner Meinung nach ist die größte Bedrohung für Netflix die anhaltende Dominanz des Videospiels „Fortnite“. Wenn es nämlich früher darum ging, was man sich ansehen sollte, ginge es heutzutage darum, ob man sich überhaupt etwas ansieht und nicht gleich lieber ein Videospiel spielt. Was dazu kommt ist, dass Nutzern ein immer interaktiveres Erlebnis präsentiert wird. Mit VR-Brillen lassen sich zum Beispiel virtuelle Welten wie Casinos erschaffen, wo man realistisch wirkende Spiele wie Poker oder Blackjack spielen kann.

Aber wie oft entscheiden sich Menschen dafür, zum Game-Controller statt zur TV-Fernbedienung zu greifen? Ein Blick auf die Zahlen genügt. Im Jahr 2019 erwirtschaftete die Gaming-Industrie einen Umsatz von 120 Milliarden US-Dollar, und Experten gehen davon aus, dass sie innerhalb von zwei Jahren 200 Milliarden US-Dollar erreichen könnte; 100 Millionen Zuschauer schalteten ein, um die Weltmeisterschaft des Spiels „League of Legends“ zu verfolgen – eine größere Reichweite als die Übertragung des Super Bowls. Und bis Ende 2021 werden voraussichtlich 2,7 Milliarden Menschen, also etwa ein Drittel der Weltbevölkerung, aktive Gamer sein.

Und die großen Tech-Unternehmen nutzen die Gunst der Stunde: Apple, Google und Amazon entwickeln am laufenden Band neue Gaming-Produkte. Im Herbst 2019 veröffentlichte Apple „Apple Arcade“, einen bequemen Abo-Dienst für Spiele. Kurz darauf brachte Google „Stadia“ heraus, mit dem Nutzer Spiele direkt aus der Cloud streamen können und so Downloads oder physische Konsolen umgehen. 2014 übernahm Amazon die beliebteste Game-Viewing-Plattform Twitch und wird Gerüchten zufolge bald seinen eigenen Game-Streaming-Dienst ins Leben rufen. Diese neuen Angebote werden mit den etablierten Anbietern wie Sony, Nintendo und Microsoft um Marktanteile konkurrieren.

Aber das ist noch nicht alles. Im vergangenen Jahr wurde mehr als 50% aller Ausgaben für Spiele mit mobilen Endgeräten getätigt. Virtual-Reality- und Augmented-Reality-Spiele gehören zwar noch nicht zum Mainstream, aber auch hier schnellen Umsätze in die Höhe.

Was erwartet uns in Zukunft? Kulturell gesehen hat das Gaming sein Schattendasein verlassen und wird von der breiten Masse als Unterhaltungsform akzeptiert und genutzt. Aber welche Innovationen bestimmen die Zukunft der Videospiele und wie werden sie das Nutzererlebnis beeinflussen?

Künstliche Intelligenz

Die künstliche Intelligenz kommt in Spielen schon seit Jahrzehnten vor – am häufigsten in Form von Nicht-Spieler-Charakteren (NPCs), wie die Geister in „Pac-Man“ oder die Statisten in „Grand Theft Auto“.

In den letzten Jahren haben Entwickler aber einen anspruchsvolleren Ansatz für NPCs gewählt. Zum Beispiel werden einige jetzt mit einem sogenannten „Verhaltensbaum“ programmiert. Dieser ermöglicht es ihnen, komplexere Entscheidungen zu treffen. Die feindlichen Aliens in „Halo 2“ haben zum Beispiel die Fähigkeit, ihre Angriffe untereinander zu koordinieren. Spielemacher arbeiten also hart daran, Gamern immer realistischere Interaktionen mit Charakteren zu ermöglichen.

KI-Analytics

KI ist nicht nur in der Lage, ein realistischeres Spielerlebnis zu schaffen. Sie wird auch genutzt,

um Spieleentwicklern wertvolles zu Feedback geben, damit diese ihre „Kreationen“ während des Spielverlaufs feinabstimmen können. Denn viele Spiele sammeln bereits routinemäßig Daten darüber, wie ein Spieler ein Spiel erlebt. Diese Informationen werden dann in einen Algorithmus eingespeist und anschließend verwendet, um Spiele zu optimieren. Auch andere Unterhaltungsplattformen wie Spotify oder Netflix nutzen KI-Analytics, um Nutzern ein personalisiertes Nutzererlebnis zu bieten.

Virtual Reality & Augmented Reality

Seit Jahrzehnten verspricht VR Gamern ein vollständig „immersives“ Spieleerlebnis. Doch die Technologie hat dieses Versprechen bisher nicht vollständig eingelöst. Verglichen mit dem Rest der Spieleindustrie ist VR immer noch eine Nischenkategorie. Gründe sind aufwendiges oder schweres Equipment, das nicht unbedingt für stundenlanges Spielen geeignet ist. Technologieunternehmen wollen das aber ändern: Riesige Firmen wie Facebook, Google, Microsoft und Sony haben bereits in die Entwicklung von VR-Hardware und Spielen investiert. Augmented Reality hingegen, d. h. die erweiterte Realität durch VR-Objekte, ist bei Verbrauchern bereits angekommen. Bestes Beispiel ist „Pokémon Go“, das in kürzester Zeit eine regelrechte Fangemeinde generierte.

Eins steht fest: Gamer können sich auf eine Zukunft freuen, in denen Videospiele immer mehr an ihre Bedürfnisse angepasst sind. Andere Unterhaltungsmedien hingegen müssen sich extrem anstrengen, damit sie nicht noch mehr Marktanteile an die Milliarden-Dollar-Branche verlieren.

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