Ehemaliger Mitarbeiter sammelt Spenden um Crytek zu verklagen

Nun geht es bei Crytek so langsam richtig rund: ein ehemaliger Mitarbeiter sammelt Spenden um Crytek zu verklagen. Ich habe dazu eine ganz eigene Meinung!

Crytek Logo
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Ein ehemaliger Mitarbeiter von Crytek hat nach mehreren Monaten der ausbleibenden Gehaltszahlung fristlos gekündigt und sammelt nun Spenden via GoFundMe.com um seinen bisherigen Arbeitgeber zu verklagen. Insgesamt möchte Ludvig Lindqvist dafür 20.000 EUR sammeln. Alle Spenden darüber hinaus will er den videospielbezogenen gemeinnützigen Vereinen Special Effect und Able Gamers zukommen lassen.

Natürlich ist es sein gutes Recht hier das Arbeitsgericht zu bemühen, insofern er vorab die notwendigen rechtlichen Vorschritte unternommen hat:

  1. Zahlungsaufforderung mit Fristsetzung
  2. Abmahnung zur Zahlungsaufforderung
  3. Verweigerung der Arbeitsleistung
  4. Zinsen verlangen
  5. Schadensersatz verlangen
  6. Klage erheben
  7. Arbeitslosengeld zur Überbrückung beantragen

Ich behaupte diese Schritte hat er nicht eingehalten und genau aus diesem Grund will der ehemalige Arbeitnehmer auch eine so hohe Summe zusammensammeln. Aktuell dürfte er mittellos sein und sein Versicherungsschutz wird in ungefähr 3 Wochen enden, sollte er sich bis dahin nicht an die notwendigen Behörden gewandt haben.

Der Schuss könnte nach hinten losgehen

Der Großteil der Presse findet diesen Schritt gut, insofern er denn berechtigt sei – ich dagegen habe mit diesem Vorgehen so meine Probleme. Nicht nur wird hier ein sehr sensibles Thema, welches zwischen 2 Parteien abläuft, meiner Meinung nach, unnötig in die Öffentlichkeit gezerrt, sondern könnte er sich damit selber ins eigene Fleisch schneiden. Mal ehrlich, würdet ihr jemanden einstellen der so öffentlich gegen einen ehemaligen Arbeitgeber vorgegangen ist?

Da der Arbeitnehmer hier fristlos auf eigenen Beschluss gekündigt hat wird ihm höchstwahrscheinlich eine 3-monatige Sperre vom Arbeitsamt aufgedrückt werden. Immerhin hätte er die Arbeitsleistung einfach verweigern und zur Überbrückung Arbeitslosengeld beantragen können. Nun wird er 3 Monate lang kein Arbeitslosengeld erhalten und hat keinerlei Option mehr in seine frühere Beschäftigung zurückzukehren.

Auch wenn ich das emotional verstehen kann, so hat er sich, rein rechtlich, hiermit echt selber ins Knie geschossen und er wird mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit in diesen 3 Monaten auf Hartz 4 zurückfallen, also Grundsicherung. Begründung? Er hat die Arbeitslosigkeit von sich aus verursacht. Wie gesagt, er hätte weiter dort bleiben und Überbrückungsgeld beantragen sollen.

Aber man muss doch den Arbeitgeber zur Rechenschaft ziehen!!!

Das habe ich auch in keiner Weise bestritten. Das ist aber etwas zwischen 2 Parteien und hier hätte sich der ehemalige Arbeitnehmer lieber vorher eine Rechtsberatung geholt, bevor er unüberlegt und emotional gehandelt hat. Jedes Arbeitsgericht hätte hier sicherlich auch eine Gerichtskostenbeihilfe angeboten.

Auch die Forderung nach Verdienstausfallausgleich oder einer Abfindung dürfte er vergessen können. Ich behaupte er hat vorher keine ordentliche Abmahnung mit Frist in Briefform ausgesprochen und somit liegt, rein rechtlich, meiner Meinung nach, kein Grund für eine fristlose Kündigung und dem Zugang zu diesen Forderungen offen.

Meiner Meinung nach nur Anspruch auf Gehalt

Er hat Anspruch auf seine bisherigen Gehälter, ich glaube das wird es dann aber auch gewesen sein. Persönlich vermute ich, weiß er das auch schon, sonst hätte er niemals eine so hohe Summe für sich sammeln wollen.

Auch wenn es mir irgendwie leid tut, so kann ich keinem empfehlen hier Geld zu spenden, da man sonst die Nachlässigkeit einer einzelnen Person belohnen würde, denn hätte er rechtlich alles richtig gemacht, dann bräuchte er das Geld nicht.

Eine normale Rechtsberatung für ein paar Euro hätte ihm hier sicherlich viel vergangenen und vor allem zukünftigen Ärger erspart.

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