Geringes Budget=Hässliches Spiel? Mitnichten!

Indie-Entwickler müssen auf das Geld achten. Selbst, wenn eine Kickstarter-Kampagne extrem erfolgreich war, kommen meist nur einstellige Millionenbeträge zusammen (Star Citizen bildet hier die Ausnahme). Das reicht, um sehr gute Spiele zu entwickeln, die jedoch meist Abstriche bei der Optik machen müssen. Als Beispiel könnte hier das kommende Selective-Multiplayer-RPG Shroud of the Avatar dienen. Die Entwickler kaufen sich viele Assets aus dem Unity-Store und nutzen diese – teilweise in veränderter Form – für ihr Spiel. Diese Assets sehen zweckmäßig bis gut aus. Dennoch macht die Grafik des Spiels keinen überragenden Eindruck. Dazu fehlen einfach zu viele Effekte wie Shader, welche Objekte nass aussehen lassen oder sogar glänzende oder reflektierende Oberflächen sowie Texturen mit Struktur und Tiefe. Die Beleuchtung könnte etwas spektakulärer und intensiver sein und selbst die Vegetation erweckt in Zeiten von Speedtree-Grass und -Büschen keinen allzu modernen Eindruck. Die Entwickler arbeiten jedoch daran, die Optik kontinuierlich zu verbessern. Momentan wird etwa ein neues Wassersystem getestet, das dem moderner Spiele in nichts nachzustehen scheint.

Gute Grafik ist doch keine Frage des Geldes?

Und dennoch zeigen andere Beispiele, dass es auch von Beginn an anders geht. Das RPG Kingdom Come: Deliverance etwa wird mit einem noch geringeren Budget entwickelt, als es Shroud of the Avatar aufzuweisen hat. Doch das Spiel sieht bereits jetzt umwerfend aus! Und es bietet ebenfalls viele Rollenspiel-Elemente und jede Menge Interaktionsmöglichkeiten. Einziger Unterschied: Kingdom Come ist ein reines Single-Player-RPG, während Shroud of the Avatar auch MMORPG-Fans ansprechen muss. Doch moderne MMORPGs wie Black Desert zeigen, dass man heutzutage die Garfik nicht mehr herunterzuschrauben braucht, wenn es sich um ein Onlinegame handelt. Man sieht, dass auch Indiespiele sehr gut aussehen können, selbst, wenn sie ein geringes Budget haben. Daher kann Geld keine Ausrede mehr dafür sein, ein Spiel wie vor 15 Jahren aussehen zu lassen…

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