Goodgame Studios: Spielentwickler in der Krise? Abwertung um 85 %!

Die börsennotierte Rocket Internet SE hält 15 % von Goodgame Studios. Im Halbjahresreport von Rocket Internet wurde Goodgame Studios um 80 % abgewertet.

Goodgame Studios
Goodgame Studios

In letzter Zeit häufen sich immer mehr Meldungen um den deutschen Spieleentwickler Goodgame Studios. Diese Meldungen gehen über die Verhinderung der Gründung eines Betriebsrates, über eine Entlassungswelle mit, so schätzt man – da nur Entlassungen kommuniziert werden und nicht wie viele Personen das Abfindungsangebot in Anspruch genommen haben, von bis zu 600 Entlassungen, bis zu internen Umstrukturierungen.

Goodgame Studios: Umstrukturierung oder Krise?

Die Firma Rocket Internet SE, welche hinter größeren e-Commerce Firmen, wie z.B. Zalando, steht, hält 15 % des deutschen Spielentwicklers. Im veröffentlichten Halbjahresbericht der Rocket Internet S.E. wird Goodgame Studios von knapp 93 Millionen Euro auf 14 Millionen Euro abgewertet, was einer Reduzierung des Unternehmenswertes von fast 85 % entspricht.

Offiziell wird diese Abwertung mit den Umstrukturierungen begründet, weswegen man die Ergebnisse dieser Umstrukturierungen erst einmal abwarten wolle – das heißt für mich doch: der Investor hat kein Vertrauen in die Unternehmensplanung, bitte korrigiert mich, wenn ich falsch liege.

Meine Einschätzung zur Goodgame Studios Abwertung?

Irgendwie tut mir das für die Leute bei Goodgame Studios auch leid. Es macht Niemandem Spaß an einem Arbeitsplatz zu arbeiten, welcher so häufig, so negativ durch die Presse geht. Ich habe auch schon einige Managementwechsel miterlebt und in dieser Präsenz, welche hauptsächlich negativ ist, habe ich dies, jedenfalls in Deutschland, noch nicht erlebt.

Eigentlich hoffe ich, dass sich das Unternehmen wieder fängt, denn es wäre schon Schade für die deutsche Entwickler- und Spielkultur. Grundsätzlich muss man aber auch vorwerfen das man hier Trends verpasst hat. Es wurde halt immer wieder versucht den gleichen Spiele-Hit mit anderen Grafiken anzubieten und das reicht auf Dauer eben nicht aus.

Da hilft es meiner Meinung nach auch nicht aus das die beiden früheren Geschäftsführer jetzt den firmeninternen Think Tank leiten, mit dem Ziel einen wirtschaftlich relevanten Nachfolger für das Hauptzugpferd zu erarbeiten. Wenn man nicht beginnt Innovationen zuzulassen und kreative Wege versucht zu beschreiten, sondern sich generell an alten, früher funktionsfähigen, Modellen klammert, dann wird das, meiner Meinung nach, maximal ein mittelfristiger Erfolg.

Aber vielleicht reicht das ja um die Aktionäre vorerst zu befrieden, sich weiteres Kapital zu sichern und in Innovationen zu investieren. Wenn dieser Schritt verpasst wird, speziell mit der neuen VR-Technologie – welche durchaus auch für Casual Games interessant sein könnte, dann wird das langfristig keine Zukunft haben.

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