Goodgame Studios: Volle Taschen und dann die Biege machen

Goodgame Studios Geschäftsführer verlassen die Firma und wirken nur noch beratend, in Position der Geschäftsführung. Ein wenig wirr, kann man machen.

Es ist schon sehr bezeichnend für die deutsche Spieleindustrie, als generell für die deutsche Wirtschaft, dass man, aus welchen Gründen auch immer, die Bildung eines Betriebsrates verhindert, dann bis zu 600 Leute (über 50 % der Belegschaft) und sich selber, wahrscheinlich noch mit einer tollen Prämie / Abfindung, entlässt.

Scheiße fällt nach unten
Scheiße fällt nach unten

Genau das machen nämlich die Brüder und Gründer von Goodgame Studios Christian Wawrzinek und Kai Wawrzinek. Als neuer CEO wird Maximilian Schneider eingesetzt, man selber wird aber wohl weiterhin Geschäftsführer bleiben und neue Ideen für Spiele entwickeln.

Ich muss ganz ehrlich sagen das mir ein wenig die Galle gegens Zäpfchen geschlagen ist als ich dann von „Denkfabrik“ gelesen habe. Ja, Think-Tanks können wahnsinnig gut sein und beratend sicherlich ein nützliches Werkzeug, aber so? Sich selber zum Genie und Experten klassifizieren, damit man dann die Firma, wo man selber Geschäftsführer ist, Vorschläge macht – die müssen ja nicht einmal umgesetzt werden.

Generell ist ein kleines Sterben innerhalb der Spielebranche zu vermerken. Es ist noch gar nicht so lange her, da hat Aeria Games tiefrote Zahlen geschrieben und wurde dann von Remco Westermann aufgekauft und in das gamigo AG-Portfolio integriert. Danach wurden bei Aeria Games erst einmal bis zu 100 Stellen gestrichen.

Ich habe schon seit über 10 Jahren, egal ob ich bei Aeria Games, Frogster, Perfect World oder gamigo gearbeitet habe, gesagt, dass eine reine Reproduzierung von Spielen irgendwann nicht mehr reichen und der Markt kollabieren wird, bis dahin nur eine Kannibalisierung. Erst vor Kurzem hat mein Kollege über den Zusammenbruch des MMORPG-Marktes in Südkorea berichtet.

Die reine Neuverwertung und die ausbleibenden Innovationen im Spielemarkt, mal von der Virtual Reality-Technologie abgesehen, langweilen den Verbraucher – das hätte auch jedem studierten einfallen könne, manchmal will man die Realität aber auch gar nicht sehen oder es fehlt einfach an einer kompetenten Planung und einem Langzeitfokus.

Der Markt war explodiert und künstlich groß erzeugt, nun wird er sich gesundschrumpfen, auf den realen Wert und dabei leider nicht die Verursacher, sondern die Arbeiter darunter leiden lassen. Immerhin zahlen sich CEOs, COOs, CFOs, CTOs usw. ja auch, mit der Begründung von viel Verantwortung, ordentliche Gehälter.

Ich finde, dann sollten sie auch die Konsequenzen aus ihrer Verantwortung und ihren Entscheidungen treffen, aber Scheiße fällt ja immer nach unten.

3 Kommentare

  1. Puh. Wenn man weder Ahnung hat noch Tatsachen kennt, sollte man als „Redakteur“ vielleicht einfach lieber nichts schreiben.

    • Joah, deine Meinung, meine Meinung – kannst gerne einen Artikel aus deiner Sicht schreiben und uns zusenden oder wir erstellen dir einen Account 😉 Ansonsten waren die angestellten Vermutungen meiner Meinung nach korrekt, basierend auf der anderen redaktionellen Quellen, wie z.B. der Taz: http://www.taz.de/

      Zu den Informationen, welche wir falsch verstanden haben, haben wir eine Richtigstellung veröffentlicht – dies betrifft allerdings nur einen kleinen Auszug aus diesem Artikel.

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