Interview mit Alexander Bertram (AfD) zum Thema Chancen des technologischen Wandels

Hier findest du ein schriftlich geführtes Interview mit Alexander Bertram von der Alternative für Deutschland zum Thema Chancen des technologischen Wandels.

Heute haben wir die Möglichkeit dir ein schriftlich geführtes Interview mit Alexander Bertram von der Alternative für Deutschland zum Thema Chancen des technologischen Wandels zu präsentieren – wir wünschen dir viel Spaß beim Lesen!

Stefan Recht: Hallo und danke, dass du dir die Zeit für dieses schriftlich geführte Interview zum Thema Chancen des technologischen Wandels genommen hast. Stell dich doch einfach mal unseren Lesern vor, was du so machst und wie dein Werdegang bisher war.

Alexander Bertram: Hallo, mein Name ist Alexander Bertram. Ich bin 27 Jahre alt und Bezirks- und Fraktionsvorsitzender der Alternative für Deutschland (AfD) im Berliner Bezirk Treptow-Köpenick. Außerdem bin ich stellvertretender Landesvorsitzender der Jungen Alternative (JA), der Jugendorganisation der AfD.

Stefan Recht: In den letzten Jahren machen wir immer größere Sprünge im Bereich der virtuellen Realität. Diese Technologie, welche sich meiner Meinung nach noch in den Kinderschuhen befindet, wird aktuell noch hauptsächlich auf den Unterhaltungssektor geprägt. Welche Möglichkeiten und Einsatzbereiche siehst du für diese Technologie in naher, als auch ferner Zukunft?

Alexander Bertram: Virtueller Realität wird schon seit langem vielfältig eingesetzt. Besonders bei der Ausbildung von technischem Personal, bei Piloten, oder auch im medizinischen Bereich kommt sie ja bereits seit vielen Jahren zum Einsatz. Im Bereich der Unterhaltung wurden in letzter Zeit viele Fortschritte gemacht. Zwar gibt es VR auch hier schon etwas länger, aber die Technik war bislang entweder noch zu teuer für den Normalverbraucher oder einfach noch nicht wirklich ausgereift. Hier haben Technologien, wie etwa Oculus Rift Meilensteine gesetzt. Besonders im Gaming-Bereich wird VR in Zukunft noch stärker an Bedeutung gewinnen. Spekulationen darüber, was in fernerer Zukunft noch alles möglich ist, würde ich für den Moment mal der Science Fiction überlassen. Denkbar ist vieles.

Stefan Recht: In letzter Zeit haben sich immer mehr DDoS-Angriffe mit IoT-Technologie („Internet-of-Things) gehäuft. Erst kürzlich hat die US-Regierung eine Sicherheitsstrategie veröffentlicht.[1] Wie stehst du und deine Partei zu diesem Thema?

Alexander Bertram: Die immer stärkere Vernetzung des alltäglichen Lebens und eben auch unserer Gebrauchsgegenstände ist eine Entwicklung, die nicht aufzuhalten ist. Und sie bringt ja auch viele Vorteile mit sich. Aber eben auch gewisse Herausforderungen. Zum einen an den Verbraucher, zum anderen aber auch an die Politik. Die Aufgabe der Politik ist es, einen klaren rechtlichen Rahmen zu schaffen, zum Beispiel im Datenschutzrecht. Der Gesetzgeber muss darauf achten mit der Entwicklung Schritt zu halten und das Entstehen von Gesetzeslücken und Schlupflöchern vermeiden. Verstöße und kriminelle Handlungen müssen, wie in der analogen Welt auch, konsequent verfolgt und geahndet werden. Auch Empfehlungen, wie die des amerikanischen Heimatschutzministeriums an Wirtschaft und Verbraucher können sinnvoll sein.

Letztlich kommt es aber immer auf Eigenverantwortung und den gesunden Menschenverstand an. Wenn ich mich einer neuen Technologie bediene, habe ich auch die Verantwortung mich über die Risiken schlau zu machen. Wenn mir diese Risiken zu groß und zu unübersichtlich erscheinen, steht es mir auch frei meinen Kühlschrank, meine Uhr oder mein Fahrrad ganz altmodisch im Offlinemodus zu benutzen.

Stefan Recht: Welche Risiken und Herausforderungen siehst du in der stetig wachsenden Digitalisierung für unsere Gesellschaft, als auch für den Arbeitsmarkt? Wie wird sich dieser, deiner Meinung nach, verändern?

Alexander Bertram: Die Digitalisierung ist nichts, was von heute auf morgen passiert, sondern ein andauernder Prozess. Das betrifft den Arbeitsmarkt, wie auch die Gesellschaft als Ganzes. Und wie immer in Zeiten von Umbruch und Wandel, gibt es auch heute diejenigen, die durch Missbrauch von Gesetzeslücken zum Schaden anderer ihren Profit schlagen wollen. Ein wichtiger Punkt ist dabei, wie schon gesagt, der Datenschutz, der von vielen noch immer zu sehr vernachlässigt wird. Staat und Gesellschaft müssen diesen und anderen Herausforderungen begegnen. Sich auf Dauer davor zu verschließen ist nicht möglich. Deshalb werden sich die Menschen mittelfristig an die neuen Gegebenheiten anpassen. Der sicherheitsbewusste Umgang mit den eigenen Accounts wird für viele irgendwann so selbstverständlich sein, wie das Abschließen der Wohnungstür beim Verlassen des Hauses.

Stefan Recht: Um in Zukunft nicht zu den verspäteten Digitalisierungsgewinnern zu gehören wird aus verschiedenen Bereichen gefordert die Digitalisierung bereits in Schulen starten zu lassen. Die Budgets für Schulen sind teilweise aber sehr begrenzt und oft sind vor Ort noch technische Geräte aus den 90er-Jahren vorhanden. Wie soll dies behoben werden und von welchem Geld?

Alexander Bertram: Das Geld ist prinzipiell vorhanden. Man muss sich nur anschauen, wo der deutsche Staat Milliarden ausgibt, ohne mit der Wimper zu zucken. Viel entscheidender sind politischer Wille und eine vernünftige Strategie. Eine zeitgemäße technische Ausstattung ist wichtig, es braucht aber auch ein Lehrpersonal, das in der Lage ist die Inhalte kompetent zu vermitteln. Informatik als Lehramtsstudium ist noch verhältnismäßig jung. Demnach gibt es noch zu wenig Lehrer in diesem Bereich. Da in puncto Digitalisierung die Schüler oft den Lehrern voraus sind, sehe ich besonders hier noch erheblichen Nachholbedarf in den Schulbehörden. Auch ein Lehrplan müsste flexibel angepasst und immer auf der Höhe der Zeit sein. Ob das momentan verantwortungsvoll gewährleistet werden kann, halte ich für fraglich.

Was die digitale Schule angeht, glaube ich, ist es auch weniger eine Frage des Geldes, als eine des Willens zur Umsetzung. Lehrmaterialien zum Beispiel in einer App über Smartphone und Tablet zur Verfügung zu stellen, kostet wenig Geld, erfordert aber die Bereitschaft und das nötige Know-how auf Seiten der Schule.

Stefan Recht: Die Forschung hat ja bereits herausgefunden das sich Computer- und Videospiele durch Spiegelneuronen auf den Menschen auswirken können.[2] Neueste Studien zeigen auch auf, dass die übermäßige Nutzung eines Mobiltelefons oder Tablets auch negative Auswirkungen auf Kinder haben können.[3] Welche Sicherheitsmaßnahmen kannst du dir hier vorstellen?

Alexander Bertram: „Übermäßige Nutzung“ ist das richtige Stichwort. Ich glaube, dass auch hier das alte Sprichwort von Paracelsus – alle Dinge sind Gift, es kommt auf die Dosis an – wieder einmal zutreffend ist. Früher war es der schädliche Einfluss des Fernsehens, dann sogenannte Killerspiele und heute sind es Smartphones, Tablets und ganz allgemein das schlimme Internet. Und ganz falsch war und ist das ja auch nicht. Grundsätzlich müssen hier die Eltern einen vernünftigen Mittelweg finden und das Konsumverhalten ihrer Kinder kontrollieren. Eine verantwortungsbewusste Erziehung durch die Eltern, ist glaube ich immer noch die beste Sicherheitsmaßname im Umgang mit neuen Technologien.

Stefan Recht: Jetzt aber genug Schwarzmalerei. Welche großen Chancen und Möglichkeiten siehst du in dieser Technologie? Wird es bald die digitale Universität geben? Und auf welche Bereiche glaubst du wird diese Technologie die größte Auswirkung haben?

Alexander Bertram: Bei jedem technologischen Fortschritt gibt es zwei Seiten, Risiken und Chancen. Zunehmende Vernetzung und Digitalisierung bieten viele Möglichkeiten. Schnellere Informationsgewinnung und –verbreitung können es Menschen und Regionen in der Welt ermöglichen an Wohlstand und Fortschritt teilzuhaben, die bislang davon abgeschnitten waren. Ob im Tourismus, beim Umweltschutz, in der Wissenschaft oder im alltäglichen Leben, schon heute erleben und genießen wir diese Vorteile in vielen Bereichen. So lange wir uns immer auch einen kritischen Blick und ein Bewusstsein für den verantwortungsbewussten Umgang mit unseren Daten bewahren, sind den Möglichkeiten kaum Grenzen gesetzt.

Stefan Recht: Wir haben die USK und FSK, also Einrichtungen zur Selbstkontrolle von Spielen und Filmen. Kann man davon ausgehen, dass es eine dritte Einrichtung zur Selbstkontrolle der virtuellen Realität geben wird oder wird man versuchen die Kontrolle auf alle zuständigen Bereiche und Ministerien dezentral zu verteilen?

Alexander Bertram: Ich glaube die Schaffung zusätzlicher Bürokratie ist in den seltensten Fällen wirklich von Vorteil. Das System der Selbstkontrolle hat sich bislang bewährt. Warum nicht auch weiterhin? Ob diese dann im Fall der virtuellen Realität in dem Bereich der USK oder einer gesonderten Institution liegt, halte ich für zweitrangig.

Stefan Recht: Neben Medizin und Unterhaltung versucht auch der Tourismus die Digitalisierung für sich zu nutzen. Momentan handelt es sich bei dieser Technologie ausschließlich um ein visuelles Erlebnis. Meinst du das weitere Sinne hinzukommen und wir am Ende vielleicht sogar jeder unser kleines, virtuelles Holodeck besitzen werden?

Alexander Bertram: Experimentell wird ja bereits an so etwas gearbeitet. Also: Warum nicht? Bis zur Marktreife werden wir uns da aber wohl noch etwas gedulden müssen.

Vielen Dank das du dir die Zeit für dieses schriftlich geführte Interview zum Thema Chancen des technologischen Wandels genommen hast!


[1] https://www.heise.de/security/meldung/Internet-of-Things-US-Regierung-veroeffentlicht-Security-Strategie-3488886.html

[2] https://gamezine.de/spiegelneuronen-gewaltbereitschaft-computerspiele-erhoeht.html

[3] http://www.cbc.ca/news/canada/edmonton/over-use-of-ipads-iphones-and-smart-screens-hurting-kids-1.3221491

2 Kommentare

  1. Aus welchem Grund wurde Herr Bertram für das Interview ausgewählt? Welche Expertise bringt er denn mit? Mir scheinen seine Antworten eher nichtssagende Aussagen zu sein, die für jegliche Interpretation offen sind.

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