Keine Verschiebungen mehr bei Ubisoft? Ich wittere schlechte Spiele!

Jade Raymond Ubisoft
Jade Raymond E3 2007 CC BY-SA 2.0 Jean-Frédéric

[dropcap style=““]S[/dropcap]o wurde vom Ubisoft CEO Yves Guillemot bei der Bekanntgabe der Geschäftszahlen auch verraten, dass man zukünftig Verzögerungen von Spielen möglichst vermeiden möchte. Explizit wurde dabei die Verschiebung des Titels „Watch Dogs“ betont und eben solche soll sich in Zukunft nicht wiederholen. Gleichzeitig wird aber eingeräumt, dass immer etwas passieren kann.

Grundsätzlich nur eine leere Worthülse um den Aktionären den Besuch beim Proktologen zu ersparen, sie dazu zu bewegen die Ruhe zu bewahren und ja nichts zu ändern, sondern weiterhin, wie gewohnt, in die Fähigkeiten und Talente dieses CEOs vertrauen sollen.

Jade Raymond Ubisoft
Jade Raymond E3 2007
CC BY-SA 2.0 Jean-Frédéric

Ich tu mich damit ein bisschen schwer. Immerhin wird er in Zukunft bei jeder Verzögerung der Community gegenüber eine umfassende Stellungnahme abgeben müssen, denn wenn ich eines gelernt habe, dann das die Gaming-Community nicht vergisst und selbst nach einem Jahrzehnt noch Beiträge von dir als Screenshot irgendwo herumliegen. Die Gamer könnten Ubisoft beim Wort nehmen und immerhin wählen wir Firmen wie EA zur schlechtesten Firma der Welt und nicht Ölkonzerne die unsere Meere verschmutzen oder Großbankenkonglomerate, welche nur in ihre eigene Tasche wirtschaften.

Sollte man dies tatsächlich so durchziehen wollen – und machen wir uns nichts vor, den Versuch werden sie wenigstens unternehmen müssen -, dann habe ich massive Bedenken bezüglich der Qualität der Spiele. Je mehr Druck durch Deadlines aufgebaut wird, desto eher werden Fehler begangen, Fehler übersehen, Sicherheitsprozesse zusammen- oder komplett weggestrichen und heraus kommen nicht einmal mehr halbfertige Spiele, welche man dank der Genialität des Internets durch DLCs erweitern kann, sondern nur noch ein Drittel eines Spieles, weil für mehr keine Zeit war und man ja den Aktionären verantwortlich ist.

Klar, wirtschaftlich gesehen ist man das. Man ist aber auch verdammt noch einmal dazu verpflichtet seinen Kunden, welche viel, viel Geld für ein Spiel ausgeben, was oftmals nur 14 Stunden Spielspaß bietet und mit Tröllfmillionen Erweiterungen daherkommt, während andere Menschen nichts zu essen haben oder Rentner Pfand sammeln müssen, auch etwas zu bieten. Ich finde für 60 EUR, 70 EUR, oder sogar 360 Dollar (Z.B. Evolve Pre-Order mit allen gekauften DLCs) für ein Spiel, welches inzwischen durch das Internet auch nur noch ein virtuelles, nicht existentes Produkt ist, kann man durchaus erwarten, dass man etwas damit anstellen kann. Wie gesagt, andere Leute haben teilweise nur 60 EUR für den kompletten Monat. Braucht sich auch keiner mehr über Piraterie aufregen, auch nur ein Symptom einer erkrankten Gesellschaft und Branche.

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