Paradoxon: Raubkopien – Gut und Schlecht für Spieler!

Ich werde an dieser Stelle auf keinen Fall irgendwelche ethischen oder moralischen Grundsätze besprechen, oder das dadurch Umsätze und Arbeitsplätze gefährdet sind, falls sich jemand bereits darauf gefreut hat, dann wurde er somit nun offiziell enttäuscht.

Seit ein paar Tagen geistert mir diesen Thema durch den Kopf. Grundsätzlich, in einer optimalen Welt, sollte es keine Raubkopien geben. In einer optimalen Welt sollten Publisher aber auch keine Scheiße produzieren.

Kaufunsicherheit durch Raubkopien genommen

Inzwischen geht es gar nicht mehr nur um das Thema Raubkopie an sich, denn viele Raubkopierer, welche z.B. Spiele zur Verfügung stellen, weisen bei der Installation oder beim Spielstart darauf hin, dass wenn einem das Spiel gefällt, man dieses bitte auch kaufen soll. Hat die „verhasste“ Raubkopie also die Demo eines Spiels abgelöst?

Es gibt nur sehr wenige, welche mir sofort in den Sinn kommen, die eine Demo vor dem Kauf anbieten, Coming Out On Top ist so eines. Aber auch virtuelle Distributionsdienstleister haben das fast vergessene Thema der Demos aufgegriffen. So bietet Valve mit seiner Spielsoftware Steam seit längerem in unregelmäßigen Abständen Spiele an, welche ein komplettes Wochenende kostenlos gespielt werden können und danach gekauft werden müssten, wenn man sie denn weiterspielen möchte.

Qualität hat ihren Preis, Raubkopien auch!

Natürlich sind wir uns sicher einig das gute Spiele auch ihr Geld wert sind. Es gibt aber auch viele Spiele, welche sehr mangelhaft ausgeliefert und verkauft werden und erst durch nachträgliche Patches halbwegs spielbar werden.

Auf Grund der Tatsache das Spiele immer schneller und gewinnbringender vermarktet werden müssen und die Produktionskosten steigen, hat sich auch der Preis für Spiele angepasst und nicht jeder kann sich Spiele für 60,00 EUR oder mehr (wenn man DLCs berücksichtigt) leisten. Umso ärgerlicher ist es, wenn man so viel Geld für ein Spiel ausgegeben hat, dieses dann aber nicht wirklich spielbar und voller Fehlern ist.

Ist es nicht das Recht eines Endverbrauchers ein Produkt zuerst einmal zu testen und bei Gefallen dann käuflich zu erwerben? Die Spieleindustrie ist nicht der Meinung und erwirkt bereits seit Jahren mehrmonatige Haft- und Geldstrafen im 6-stelligen Bereich.

Ist Piraterie so weit verbreitet und was tun Publisher?

In Großbritannien gab es dazu eine repräsentative Studie, welche herausgefunden hat, dass 2 von 5 Bürgern Raubkopien oder illegale Video-Streaming-Dienste in Anspruch nehmen.

Einige Publisher ziehen es auch lieber vor ihre Kunden nicht zu verklagen, sondern setzen gezielt Spielmechaniken ein, damit für Raubkopierer der Spaß am Spiel ein wenig geringer ausfällt. So hat z.B. das Entwicklerstudio rund um die Spieleschmiede-Simulation GameDevTycoon eine eigene Version des Spiels auf Torrent-Seiten verbreitet, bei welcher man automatisch nach einer gewissen Zeit Bankrott geht.

Zur Verdeutlichung dieser Methoden gibt es bereits mehrere Videos auf YouTube und eines möchte ich euch natürlich nicht vorenthalten:

Doch was wenn Piraterie aufhören sollte?

Genau an dieser Stelle komme ich mental an einen Punkt, in welchem ich die größten Probleme im Bereich der Piraterie sehe. Selbst wenn Piraterie aufhören sollte und sich ab sofort jeder Spieler seine Software legal kauft, würde ein Unternehmen, welches seit Jahrzehnten die Preise angepasst und die Kundschaft darauf eingestimmt hat, diese senken, damit auch sozial schwächere Personen diese Produkte kaufen können?

Keine Firma hat ein rotes Kreuz auf der Stirn und möchte gewinnorientiert arbeiten und ich kann mich einfach nicht vorstellen, nur weil die Umsätze steigen das man bessere Qualität abliefert, eher im Gegenteil. Die Produktpiraterie ist eine Form von virtuellen Daumenschrauben gegenüber den Publishern und fordert ein höheres Qualitätsbewusstsein, damit man eben Geld ausgibt. Sollte dieser Druck entfallen, wer garantiert dann das eben genau diese Qualität gleichbleibend oder steigend ist? Mal ganz davon abgesehen das keine Firma die Preise senken würde, nur weil sie beginnt zu viel Geld zu scheffeln.

Dies kommt meiner Meinung nach aber kleinen Entwicklerstudios zu Gute, denn hier können diese durch kleinere Budgets, Kreativität und dem Wunsch etwas gutes für den Spieler und nicht ausschließlich für die Aktionäre zu tun punkten.

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