Pressefreiheit im Spielejournalismus: Wenn Publisher eingreifen wollen

Publisher von Videospielen versuchen immer wieder mal Einfluss auf unsere Artikel zu nehmen. Wir geben dazu ein Statement ab und stehen für Pressefreiheit.

Presse Journalist Fotograf Nachrichten News
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Ich habe nun ein paar Tage darüber nachgedacht ob ich dieses Thema aufarbeite, da es ja doch nicht täglich ist, aber doch hin und wieder, speziell bei uns, vorkommt: Anfragen von Spielefirmen Artikel von uns umzuschreiben oder ihren Wünschen nach anzupassen. Auch hier habe ich mich dazu entschlossen die mir vorliegenden Kommunikationen ungefiltert aufzuzeigen.

Vorab als Hinweis: Ich habe absolut nichts gegen die Pressesprecher, denn die machen ja auch nur ihren Job. Normalerweise weiß ein PR-Sprecher auch, dass das Anfragen zur Angleichung von Artikeln eigentlich ein absolutes No-Go ist und vermute daher das hier auf Anweisung gehandelt wird – nehmt es also bitte nicht den einzelnen Pressesprechern, als vielmehr der Person die diese Weisung erteilt hat, übel.

Wo sehen wir uns im Bereich Pressefreiheit?

Wir verstehen uns als werbefreier und meinungsgeprägter Spieleblog. Genau diese Elemente geben uns die Freiheit Dinge aus unserer Sicht zu bewerten und zu beleuchten, so kann es natürlich schon vorkommen, dass das geschriebene gegen die Interessen der einzelnen Spielefirmen geht. Durch diese finanzielle Unabhängigkeit können wir Themen von allen Seiten beleuchten und das ohne wir fürchten müssen unseren Job zu verlieren.

Doch ich will das auch gar nicht verteufeln. Oft kommt dadurch ein Dialog zu Stande, in welchem man sich über die verschiedenen Ansichten austauschen kann, oder eben auch korrigiert wird, dann veröffentlicht man halt eine Richtigstellung oder diskutiert halt abseits des Lesers weiter.

Ein Beispiel von versuchter Einflussnahme

So gab es zum Beispiel eine Situation wo wir, basierend auf offiziellen Informationen aus den Foren und den Webseiten der Firma einen Artikel erstellt haben, welcher gewisse Dinge kritisiert hat. Weil ich ja nun auch kein Arsch bin habe ich sogar die Pressesprecher angeschrieben und informiert und die Veröffentlichung 48 Stunden zurückgehalten, einfach damit ein Statement abgegeben werden kann.

Da kriegt man dann schon einmal Antworten wie zum Beispiel: „Aber, und das werde ich nicht ändern, ich gönne mir auch gerne meine Wochenenden. Privatleben sollte nicht unterschätzt werden, auch in einem schnelllebigen Business.„. Kann man machen, ist aber, meiner Meinung nach, ein falsches Signal, speziell, wenn man den Artikel geändert haben möchte, weil die Pressesprecher sich den Sachverhalt nicht vorstellen können und man sie erst durch eigene Links aus ihren eigenen Seiten darüber informieren muss.

Und das sind auch keine Einzelfälle, wenn man zu negativ oder kritisch über ein Spiel berichtet wird leicht mal versucht Einfluss zu nehmen. Wir sind z.B. von einem Großteil der Presselisten von Spielepublishern geflogen und erhalten, im Vergleich zu von vor einem Jahr, bedeutend weniger Presse-Informationen. Das finden wir aber auch gar nicht schlimm! Es gibt genügend Webseiten und Blogs welche, komplett ohne eigene Gedanken in Bewegung zu setzen, Themen und Aussagen übernehmen.

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