Red Dead Redemption 2 – Zurück in den Wilden Westen

Ende Oktober 2018 war es soweit: Der zweite Teil des Wild-West Epos Red Dead Redemption von Rockstar Games wurde veröffentlicht. Bei den Entwicklern hatten wir uns ja schon bedankt. In vielerlei Hinsicht übertrifft der Nachfolger den Vorgänger sogar noch, sodass Rockstar Games hier tatsächlich ein episches Open World Meisterwerk im Wilden Westen gelungen ist, wie man es sich besser hätte kaum ausmalen können. Zahlreiche Tests zum Spiel gibt es natürlich schon und wie auch die FAZ titelte, ist das Spiel das erwartete Meisterwerk geworden.

Das Spiel ist natürlich nicht nur ein Spiel für hartgesottene Western-Fans, aber eben auch für solche. Daher haben wir uns in diesem Artikel der Frage zugewandt, wie realistisch das Spiel ist und wie nah es tatsächlich an der Zeit des Wilden Westens ist, beziehungsweise etwas genauer gesagt an der Endzeit des Wilden Westens, denn es spielt etwa im Jahr 1899. Dies ist eine Zeit, in der der Wilde Westen dem Ende zuging und Amerika in ein neues, modernes Zeitalter überführt wurde.

Das Ende des Wilden Westens

Im Prinzip bezeichnet der Wilde Westen die Region westlich des Mississippi gelegen und meint zeitlich gesehen die Pionierzeit des 19. Jahrhunderts, in der die USA noch nicht als Bundesstaaten in der Union vereint waren. Dabei spielt Red Dead Redemption 2 in der Zeit nach dem Amerikanischen Bürgerkrieg, der von 1861 bis 1869 andauerte. Das Ende des Wilden Westens wurde im Prinzip, wie es auch in zahlreichen Dokus wie der von Kabel 1 thematisiert wird, durch das Bezwingen der letzten Indianerstämme durch die US-Armee begründet. Dies war etwa im Jahr 1890 der Fall. Die Zeit war geprägt von einer gewissen Kontroverse zwischen Siedlungen und neuen Städten, einigen Outlaws – also Gesetzeslosen – und einer kultivierteren Gesellschaft sowie nach wie vor dem klischeehaften Cowboy und Indianer Spiel.

Das Spiel greift diese Zeit genau aus diesem Grund auf uns spielt hervorragend mit Klischees, ohne selbst Charaktere zu klischeehaft zu gestalten. Schwarz-Weiß Darstellungen gibt es hier nicht. Alles ist realistisch gehalten, facettenreich und die Richtung, in der man sich als Gang-Mitglied bewegt, ist nicht fest vorgegeben. Vom historischen Aspekt her trifft Rockstar Games hier voll ins Schwarze. Freie Indianerstämme gibt es so gut wie nicht mehr, ohne zu viel verraten zu wollen können wir aber bereits sagen, dass Indianer auch im Spiel und ebenso Ende des 19. Jahrhunderts durchaus noch eine große Rolle spielten.

Die Spielwelt

Während man die Story durchlebt, wandert der Held zu Fuß oder auch zu Pferde durch eine lebendige und sich organisch verändernde Spielwelt. Man hat wahrhaftig das Gefühl, die Welt lebe um einen herum weiter, auch wenn man nur an einem bestimmten Ort zu einer bestimmten Zeit sein kann. Alles ist authentisch gestaltet und reicht von offenen naturbelassenen Landschaften bis hin zum Saloon in dem man Kontakte knüpfen, Poker oder Blackjack spielen kann. Blackjack spielte bereits seit etwa 1820 – damals ausgehend von New Orleans – eine große Rolle und zählt zu den wichtigsten Glücksspielen Amerikas überhaupt. Entsprechend darf es natürlich auch in Red Dead Redemption 2 nicht fehlen. Auch wenn die Regeln im Vergleich zum offiziellen Regelwerk wie man es bei Betway und anderen Casinos findet, etwas abgewandelt bzw. vereinfacht sind. Alle mit Menschen besiedelten Gebiete sind äußerst lebendig und leben von solchen zusätzlichen Inhalten, Diskussionen, die man mitlauschen kann, oder plötzlichen Gefühlsausbrüchen von diversen Protagonisten.

So lohnt sich auch ein Blick in versteckte Gebäudeteile, denn die Detailverliebtheit ist enorm. Uns begegnete in einem Gebäude ein Hinterzimmercasino, das als Versteck einer Bande diente. Überfällt man sie, kann es durchaus passieren, dass einem Gangmitglieder im späteren Verlauf des Spiels auflauern. Man sollte also stets mit Bedacht entscheiden, welchen Weg man einschlagen möchte.

Ebenso liebevoll ist die Pflanzen- und Tierwelt gestaltet, denn sie reicht von Sumpfgebieten mit Alligatoren, Wäldern mit Füchsen, Bären, Truthähnen etc. bis hin zu Gebirgszügen und weiten offenen Arealen. Die besiedelten Gebiete haben alle ihre jeweiligen Eigenarten, die sich von der Architektur über die Einheimischen bis hin zu vielen Details erstrecken.

Grafik, Handlung und Gameplay

Das Spiel lässt dem Charakter große Freiheiten. Man trägt Verantwortung für seine Hygiene, sein Pferd oder auch die Funktionalität und Pflege seiner Waffe. Ebenso verhält es sich mit zwischenmenschlichen Beziehungen. Konflikte lassen sich mit Verhandlungen oder auf die harte Tour lösen und natürlich gibt es auch die Möglichkeit zu entscheiden, ob man eher guter Cowboy oder böser Cowboy sein möchte, wie es die PC Games beschrieb. Neben allen Freiheiten gibt es aber natürlich auch eine fesselnde Haupt-Handlung, die einen durch verschiedene Bundesstaaten und Gebiete führt und mit zahllosen Neben-Missionen untermalt wird. Langeweile kommt – mit Ausnahme der teilweisen endlosen Strecken, die man mit dem Pferd zurücklegt – für viele viele Stunden nicht auf.

Technik

Auch technisch ist das Spiel erstklassig, denn nie zuvor verschwamm die Grenze zwischen Film und Spiel so beeindruckend wie bei Red Dead Redemption 2. Das Spielprinzip erinnert an Grand Theft Auto 5, denn auch hier müssen Missionen erledigt werden, um im Spiel voran zu kommen, die deutlich dynamischere Umgebung und die fantastischen Landschaften vermitteln aber ein Gefühl der Freiheit, wie es so in GTA nicht erreicht werden konnte. Auch ist es hier nicht möglich, große Gegenstände einfach auf magische Weise in einem virtuellen Beutel verschwinden zu lassen. Hat man beispielsweise ein Reh erlegt, muss man es auch tatsächlich auf dem Pferd anbringen und zum Lager schleppen. Wir sind gespannt, ob die Systemanforderungen für die spätere PC-Version an unsere Mutmaßungen zu den GTA 6 Anforderungen heranreichen werden, denn anspruchsvoll wird das Spiel an die Rechenleistung auf jeden Fall sein.

Steuerung

Auch hier überzeugt das Spiel und ist realistischer gehalten, als man es sonst von Spielen gewohnt ist. Natürlich sind alle Waffen authentisch und nur diejenigen Materialien und Waffen sind verfügbar, die es tatsächlich auch in dieser Zeit gegeben hat. Der Realismus geht sogar so weit, dass man die Waffe pflegen muss, damit sie zuverlässig funktioniert und trocknen muss, wenn man mit ihr baden ging. Bei der Steuerung an sich bleibt sich Rockstar Games weitestgehend treu, sodass sich Fans der Serien der Softwareschmiede schnell zurechtfinden werden.

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