Review: Mass Effect Andromeda Teil 2

Im zweiten Teils meines Reviews zum Science-Fiction-RPG Mass Effect: Andromeda gehe ich auf die großen, offenen Spielgebiete, die Kämpfe und auch auf die Quests ein. Außerdem ziehe ich ein Fazit, ob es sich lohnt, das Spiel zu kaufen.

Im letzten Teil habe ich mich unter anderem über die Dialoge im Spiel ausgelassen, welche mal besser, mal schlechter sind aber nie das Niveau früheren Bioware-Spiele erreichen und dadurch auch blasse Charaktere zeichnen. Doch wie sieht es mit den anderen Aspekten des Spiels aus?

Der aktuelle Trend, große, offene Spielwelten zu erschaffen, macht auch vor Mass Effect nicht Halt. Zwar handelt es sich nicht um ein Open-World-Spiel, da ihr mehrere Planeten bereist, einige Gebiete sind allerdings extrem groß und weitläufig. Hier kommt dann das Fahrzeug Nomad zum Einsatz, das es euch erlaubt, schneller von A nach B zu gelangen. Und genau diese großen Gebiete stellen ein Problem dar. Denn genau wie schon in Dragon Age: Inquisition schafft es Bioware nicht, diese weitläufigen Areale mit sinnvollem und spannendem Content zu füllen. Ständig stehen irgendwelche Scan-Aufgaben oder Ressourcen-Abbau an. Respawns von eigentlich schon besiegten Feinden lassen das Gefühl, etwas in der Welt erreichen zu können, verpuffen. Es fallen immer wieder dieselben Tätigkeiten, wie das Errichten von Außenposten an, was mit der Zeit repetitiv wirkt.

Manchmal glänzt es auch

Doch es geht auch anders. Nicht alle Gebiete im Spiel sind so offen. Einige Areale sind kleiner, eher linear und dafür vollgepackt mit interessanten Dingen, Geheimnissen, die man ergründen kann, geschickt platzierten Objekten zum Finden und Quests, Kämpfen und Abenteuern in guten Abständen. Hier glänzt ME: A plötzlich und erinnert an den sehr guten ersten Teil. Vielleicht hätte sich Bioware darauf konzentrieren sollen, mehr dieser kleinen, dafür aber intensiven und mit gutem Content vollgepackten Gebiete zu integrieren. Das hätte das gesamte Spielerlebnis viel dichter und spannender gemacht.

Was die Quests angeht, so sind diese mit den Dialogen vergleichbar. Einige Missionen glänzen und bieten viel Spannung, wie die Erforschung der Gewölbe oder manche Nebenmissionen, in denen ihr mehr über die Hintergrundgeschichte und Motivation eurer Crewmitglieder erfahrt. Dann wiederum gibt es die immer gleichen Scan-Aufgaben, die Einnahme von bestimmten Punkten in den Arealen, die ebenfalls meist gleich ablaufen… Dann macht Mass Effect: Andromeda den Eindruck, als hätten die Entwickler versucht, die Spielzeit künstlich zu strecken. Beispielsweise auch das unsägliche Scannen von Planeten. Das Scannen an sich wäre vielleicht gar nicht so schlimm, viel schlimmer ist, das das Raumschiff jedes Mal lange zu einem Planeten fliegt, diesen erst zeigt und die Ansicht dann rauszoomt, bevor man scannen darf. Wählt man dann den nächsten Planeten an, muss erst wieder gezoomt, geflogen, der Planet gezeigt und wieder gezoomt werden, bevor das Scannen angesagt ist. Das geht spätestens nach dem dritten Planeten gehörig auf die Nerven.

Spannende Kämpfe

Allerdings haben es die Entwickler geschafft, das Kampfsystem gegenüber den Vorgängern zu verbessern. Die Kämpfe fühlen sich viel besser an, es ist einfacher, Gegner zu treffen und, so gut wie alles dient als Deckung. Der Nahkampf fügt sich gut ins Geschehen ein und es kommt ein Gefühl der Spannung auf. Zwar gibt es nicht mehr so viele Möglichkeiten, die Partymitglieder zu befehligen – man kann nur einen Angriffs- oder Bewegen-Befehl erteilen – doch aufgrund der Geschwindigkeit der Kämpfe fällt das kaum ins Gewicht. Schade jedoch, dass man den Crewmitgliedern keine neue Ausrüstung zuweisen kann. Dennoch sind die Kämpfe in ME: A ein sehr großer Schritt nach vorn, den der Rest des Spiels auch hätte machen sollen.

Die Kämpfe zeigen außerdem gut, was in Mass Effect: Andromeda schief läuft. Die Gefechte sind komprimiert auf das Wesentliche, auf das, was Spaß macht. Während die Quests, Dialoge und die offenen Gebiete teilweise das Gegenteil darstellen. Hier wollte Bioware offenbar zu viel. Doch Größer ist nicht immer gleich besser. Die Entwickler hätten sich einfach mehr an Teil 1 der Reihe orientieren sollen.

Fazit:

Ist Mass Effect: Andromeda ein schlechtes Spiel? Nein, definitiv nicht. Man mag darüber streiten, ob es das schlechteste Mass Effect ist und selbst hier bin ich mir nicht sicher, da ich beispielsweise Teil 2 fast eine Spur schlechter fand – was hier aber an den misslungenen Kämpfen und den immer gleich ablaufenden Missionen liegt. Außerdem macht mir Dragon Age: Inquisition aufgrund der immer gleichen Gebietserkundungen noch etwas weniger Spaß als ME: A.

Mass Effect: Andromeda ist ein Spiel, das viele Schattenseiten besitzt aber hin und wieder auch glänzt. An manchen Stellen scheint ein richtig gutes Spiel durch, an anderen Stellen will man es am liebsten ausschalten und nicht mehr starten. Irgendwie tue ich es aber trotzdem wieder und habe dann sogar Spaß. Nein, Mass Effect: Andromeda ist kein schlechtes Spiel aber eben auch keines, das einem noch lange in Erinnerung bleiben wird wie das bei Baldur’s Gate 1, Dragon Age: Origins, Mass Effect 1 oder Star Wars: Knights of the Old Republic der Fall war und das ist schade.

Wertung: 7/10

1 Kommentar

  1. Das Review trifft es sehr genau und spiegelt meine Meinung wider. Gutes Spiel, aber aber auch nerviges Spiel. Meinen Enkeln werde ich nicht davon erzählen 😉

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