Sony verscherbelt den rufschädigenden Entertainment-Sektor

Viktor Vekselberg und Putin
Viktor Vekselberg und Putin

In den letzten Wochen hat sich Sony mit Sony Online Entertainment ja nicht unbedingt mit Ruhm bekleckert. Wir denken mal nur den miserablen Spielgenuss von H1Z1, auf welchen ja auch noch die, meiner Meinung nach, Erstattungsverarsche stattgefunden hat. Auch der Angriff auf das Sony-Netzwerk über Weihnachten war nicht sonderlich hilfreich. Nun hat Sony wohl die Notbremse gezogen und den rufschädigenden Entertainment-Sektor abgestoßen und an jemand anderen verramscht. Doch wer ist der Käufer? Wozu gehört der Käufer und ging alles mit rechten Dingen zu? Wie ich auf diese Gedanken komme? Ganz einfach!

Wenn ich zurück denke und mir überlege welche Qualitätshersteller ich im Hardware-Sektor sehe, dann sicherlich Panasonic und Sony, einfach weil ich diese mit TV verbinde. Klar gab es zwischendurch vielversprechende Firmen, die waren aber zum großen Teil Ableger von eben diesen Firmen, haben nicht am Markt durchgehalten oder wurden am Ende von eben diesen geschluckt.

Auch mit der PlayStation als Spielkonsole hat Sony sicherlich einiges richtig gemacht und auf einem hart umkämpften Markt einiges für sich herausgeholt. Der Entertainment-Sektor aber, welcher bereits seit 1995  als eigenständiger Entwickler existiert und Spiele wie PlanetSide 2, EverQuest oder EverQuest 2 herausgebracht hat, stand grundsätzlich auch für eine gewisse Art und Weise von Qualität.

In den letzten Jahren wurde SOE (Sony Online Entertainment) aber immer mehr in den Fokus von Hackerangriffen und die Veröffentlichung von H1Z1, welche gelinde gesagt kataströs abgelaufen ist, haben ihre Spuren hinterlassen.

Nun wurde der Entertainment-Sektor von Sony von der Investmentgesellschaft Columbus Nova aufgekauft und hier kommt auch der Grund, wieso Sony nicht weiter mit dem Entertainment-Sektor assoziiert werden möchte! Sony Online Entertainment wurde sofort in Daybreak Game Company umbenannt, was so nichtssagend ist wie Staub. Was Columbus Nova ist? Eine private Investmentbank, welche sich über ein Firmen- und Investitionsnetz von 15 Milliarden Dollar beläuft. Halbwegs bekannt geworden ist Columbus Nova wurde die „signifikante“ Unterstützung von Rhapsody im Jahr 2013.

Wenn Sony die Assoziierung durch Qualität wollte hätte man den Trademark Sony Online Entertainment mit Sicherheit mit verkauft oder eben auch gekauft. Dies lässt für mich vermuten, dass man die bestehenden und zukünftige Entwicklungen nicht mit dem Namen Sony verbinden möchte und dies lässt auch mehrere Richtungen zu, welche aber reine Spekulation sind.

Ein bisschen Hintergrund zu Columbus Nova gefällt?

Columbus Nova ist Bestandteil des russischen Konglomerats Renova Group. Dieses hat sich im Speziellen im Bereich von Aluminium, Öl, Energie und Telekommunikation aufgestellt. Die Hauptbestandteile der Renova Group liegen in der Ölfirma TNK-BP und dem Aluminiumproduzenten RUSAL. Der Chef der Renova Group ist Viktor Vekselberg, welcher laut Forbes im Jahr 2014 der dritt-reichste Mann Russlands war und aktuell 68 reichster Milliardär der Welt ist.

Reich wird man aber nicht durch saubere Geschäfte! So wurde bereits im April 2009 gegen ihn von der Schweizer Finanzbehörde ermittelt und mit einer Geldstrafe in Höhe von 38 Millionen Dollar belegt. Bereits 2008 war er in die Kritik geraten, als er das Gebäude der ungarischen Botschaft für 21 Millionen Dollar gekauft und an Russland für 116 Millionen Dollar verkauft hat, Marktwert: 50 Millionen Dollar. Die zuständigen ungarischen Personen wurde im Februar 2011 dafür inhaftiert! Seit August 2013 wird auch auf russischer Seite gegen Viktor Vekselberg ermittelt.

Das kann nun jeder bewerten wie er möchte, grundsätzlich muss das ja auch nicht schlecht für Sony Online Entertainment / Daybreak Game Company sein, lässt mich persönlich aber ein wenig unruhig sein und gespannt auf die Zukunft wartend.

Bildquelle: Forbes.com

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