Tide-Pop-Challenge – Warum Youtube streng reguliert werden muss

Derzeit breitet sich auf Youtube ein Trend aus, der wieder einmal eindeutig zeigt, warum die Plattform streng reguliert werden muss. Bei der Tide-Pop-Challenge wird zum Verzehr von Waschmittel angestiftet.

Nun werden sicher einige sagen: „Hey, das ist doch lustig!“ oder „Mann muss ja nicht mitmachen!“ Tja, nur leider ist Youtube eine frei zugängliche Plattform, auf der eben jeder zuschauen kann – auch Kinder. Ja, wieder das leidige Thema Jugendschutz.

Nun sagen viel: „Die Eltern müssen eben aufpassen, was ihre Kinder sich da anschauen!“ Blöd nur, wenn so ein Trend aufkommt und man nicht 24 Stunden Youtube-Videos überprüfen kann, um das mitzubekommen. Oder, wenn das Kind ein nettes Video schaut und dann eine Tide-Pop Challenge als weiterführendes Video angezeigt wird und das Kind schnell draufklickt, weil es die bunten Waschmittel-Tabs so toll findet. Sowas fällt bei einer so riesigen Plattform wie Youtube eben nur dann auf, wenn man zufällig sowas sieht oder von Medien darauf hingewiesen wird – oder, wenn das Kind Waschmittel-Tabs gegessen hat und in der Notaufnahme des Krankenhauses liegt.

Liebe Leute, seht ihr denn nicht, was hier passiert? Ist es wirklich lustig, wenn kleine Kinder Waschmittel essen? Was genau soll daran lustig sein? Wieso muss man sowas machen und zeigen? Und wieso kann es hierfür keine Regulierungen geben? Wieso lässt die Regierung zu, dass sowas frei verfügbar ist?

Youtube und andere Videoplattformen müssen ZWINGEND reguliert werden. Hier muss eine Instanz geschaffen werden, die erst gar nicht zulässt, dass solcher Schund wie eine Tide-Pop Challenge durch Zufall gesehen werden kann. Es ist eine Schande, dass solche Videos überhaupt möglich und frei zugänglich sind. Es ist eine Schande, dass die Regierung hier nicht eingreift. Und das sage ich als Vater, der seine Kinder durchaus aufklärt und auch auf Youtube unterwegs ist und der zwar darauf achtet, was seine Kinder anschauen, sie aber auch nicht 24 Stunden überwachen will.

Ja, ich bin sauer wegen so einer Scheiße, die man sich frei auf Youtube ansehen kann!

4 Kommentare

  1. „Nun sagen viel: „Die Eltern müssen eben aufpassen, was ihre Kinder sich da anschauen!“ Blöd nur, wenn so ein Trend aufkommt und man nicht 24 Stunden Youtube-Videos überprüfen kann, um das mitzubekommen.“

    Dann sollte man vielleicht Kindern GARKEINEN Zugriff auf YouTube erlauben. Das ist unter anderem auch wegen der Sache mit den Fake/Algorithmen-freundlichen Kindervideos („ELSA SPIDERMAN VENOM JOKER PARTY FIDGET SPINNER“ etc.) eine vernünftige Entscheidung, wenn man befürchtet, dass Kinder durch ungeschützten Medienkonsum negativ beeinflusst werden können.
    Der Eingriff des Staats auf ein Medium ist mir da unerwünscht, wann immer das passiert führte das eigentlich fast immer zu unbeliebten Nebenfolgen (Ich erinnere mich mit Schauern an die halb-ärschigen Versuche Jugendschutz mit TV-esquen Uhrzeit-Vorgaben für das Internet einzuführen) zum Schaden eines großen Teils der Bevölkerung.
    Oder anders gesagt: Als Erwachsener will ich mir meinen Medienkonsum nicht vorschreiben lassen und den Staat geht mein Medienkonsum nichts an. Und da gibts keine Kinderschutz-freundliche Regelung die Beides garantiert. Mal ganz davon ab das mir da noch ein halbes Dutzend anderer Gründe einfallen, warum die notwendige Sichtung und Freigabe von Internet-Videos durch Staatsorgane ein dystopischer Albtraum ist.

    Ich möchte anmerken: Ich mag da YouTube und Google und dumme Internet Kinder die sich Waschmittel reinziehen nicht verteidigen. Im Gegenteil. Das Internet ist ein fürchterlicher Ort voller hirnverbrannter Dummheit und widerwärtig amoraler Drecksscheiße. Aber es wird nicht weggehen. Und die Vorteile eines freien Internets überwiegen den Nachteil, das 90% davon Abfall ist.

    Daher muss ich dann leider doch darauf pochen, dass Eltern auf ihre Kinder aufpassen müssen. Und ja, YouTube’s Jugendschutz ist mangelhaft. Aber daraus lässt sich auch eine vernünftigere, eigenverantwortlichere Schlussfolgerung ziehen als ein Hilferuf an Vater Staat.

  2. Da kann ich nur bedingt zustimmen. Denn auch der Staat hat eine Verantwortung den Bürgern gegenüber, die in diesem Land leben – und das trifft im Besonderen auf die Kinder zu. Und eine Plattform oder ein Anbieter hat eine Verantwortung den Kunden gegenüber, darauf zu achten, dass diese keinen Schaden durch sein Produkt davon tragen.
    Es stehen natürlich auch die Eltern in der Verantwortung aber eben nicht alleine. Und leider bringt der Schutz von Minderjährigen auch einige Einschränkungen für Erwachsene mit sich – das gehört nun mal zu einem Miteinander in der Gesellschaft dazu. Schließlich profitierten auch Erwachsene mal davon, als Kinder geschützt worden zu sein.

    Daher ist Jugendschutz sinnvoll und wichtig. Und dieser Jugendschutz kann und darf nicht nur auf die Eltern abgewälzt werden, während sich dann die Anbieter aus der Affäre ziehen, um Geld zu machen. Und auch der Staat kann nicht nur Steuern eintreiben, ohne auf das Wohlergehen der Bürger zu achten.

    Daher ist eine staatliche Regelung notwendig, genau wie eine Regelung durch den Anbieter, in diesem Fall Youtube. Erst, wenn hier genug getan wurde, dann greift die Verantwortung der Eltern.

    Ein Beispiel: Netflix. Volljährige buchen den Dienst gegen Geld und bekommen auch eine Möglichkeit geboten, einen Jugendschutz zu nutzen. Kein Minderjähriger kann einfach so Netflix schauen. Wenn der Service bezahlt wurde, dann obliegt es der Verantwortung der Eltern, darüber zu wachen, was die Kinder damit treiben. Denn der Anbieter kam seiner Verantwortung nach und bot den Dienst nur Volljährigen an und ermöglicht einen Jugendschutz. Das ist bei Youtube nicht gegeben. Youtube stellt den Service einfach allen zur Verfügung und wälzt damit die Verantwortung auf andere ab. Und das geht eigentlich nicht.

  3. „Und leider bringt der Schutz von Minderjährigen auch einige Einschränkungen für Erwachsene mit sich – das gehört nun mal zu einem Miteinander in der Gesellschaft dazu.“

    Diese Einschränkungen sind mir bewusst, aber hier muss man eine klare Linie ziehen. Ihr Vertrauen in das hypothetische Staats-Zensur-Organ in allen Ehren, aber das habe ich nicht. Denn wenn ich nur noch Internet Inhalte Konsumieren kann, die vorher behördlich durchgewunken wurden, wer verspricht mir dann weiterhin Zugriff auf Staats oder Regierungskritische Inhalte? Inhalte, die womöglich eher christlich-konservativen Menschen missfällt als mir selber? Und was ist mit wichtigen Inhalten von geopolitischer Relevanz? Muss ich da dann bis 9 Uhr morgens warten, damit ein Beamter sie freischaltet?

    Und davon ab: Vertrauen sie dieser Anonymen Gruppierung dann, besser zu wissen was für Ihr Kind angemessen ist?

    Die „Tide Pod Challenge“ ist da doch das beste Beispiel: So idiotisch die Videos sind, sie sind frei von klar ersichtlicher Gewalt oder obszönitäten, und der Titel ist auch auf den ersten Blick kein Hinweis für uns Deutsche, worum es geht. Sowas würde auch mit Jugendschutz vermutlich erstmal durchschlüpfen…denn unsere Bürokratie ist nicht dafür gerüstet, die 60 Stunden Video, die PRO MINUTE auf YouTube hochgeladen werden zu sichten. (Veralterter Wert, aber einfacher zu Erfassen als die offizielle Angabe von 1 Milliarde Stunden pro Tag lt https://www.youtube.com/intl/de/yt/about/press/ )

    Und aufgrund solcher Statistiken finde ich es dann auch absurd, die Verantwortung der Eltern ganz nach hinten zu stellen.
    Hier sind doch die meisten möglichkeiten für private Regulierung geboten.
    – Dem Kind YouTube verbieten
    – Via Router und/oder Firewall Zugriff auf YouTube sperren.
    – Das Kind nur unter Aufsicht ins Internet lassen (bei einem Kind das noch nicht weiß das man kein Waschmittel essen sollte allgemein höchste Priorität).
    – Internet und Computer per Passwort sperren
    – Das Kind darüber aufklären, wie dumm Leute auf YouTube sind.
    usw.

    Und bevor das Totschlagargument kommt das die Kinder dann irgendwo anders solche Inhalte zu konsumieren: Das wäre mit Regierungskontrolle doch auch nicht anders. Wenns nicht YouTube ist, dann ist es der Freund, dessen Eltern Netflix nicht abgesichert haben, oder Dailymotion, oder Instagram oder (und das ist eh immer der Fall) ein völlig neues bescheuertes Meme von dem keiner je gedacht hätte, das man darüber sprechen müsste.

    Also ja, sorry: Da sind Eltern da doch auf sich selbst gestellt.

    • Die Eltern stehen selbstverständlich immer in der Verantwortung. Das Argument von Erwachsenen ist aber immer, dass sie sich nicht beschränken lassen wollen. Nur leider funktioniert die Gesellschaft so nicht. Es ist immer ein Miteinander mit Rücksicht aufeinander.

      Eine einfache Lösung, mit welcher der Staat und auch das Unternehmen Google ihren Beitrag leisten könnten, wäre, die Vorschrift, solche Plattformen wie Youtube oder Twitch nicht mehr frei zugänglich zu machen, sondern nur noch per Anmeldung. Es muss ein Account erstellt werden von einer volljährigen Person, die einen entsprechenden rechtsgültigen Altersnachweis erbringt. Anschließend besitzt die Familie diesen Account und ab jetzt liegt es in der Verantwortung der Eltern, den Kindern Zugriff zu gewähren oder eben nicht.
      Jede Plattform, die auch Inhalte ab 18 Jahren anbietet, sollte eine vom Staat erzwungene Anmeldung mit Altersnachweis erhalten, über welche man sich nur noch mit einem Account einloggen kann.

      Aber das wollen diejenigen nicht, die sich in ihren Freiheiten nicht beschneiden lassen wollen. Und natürlich wollen das auch die Plattformbetreiber nicht. Der Verwaltungsaufwand wäre zu hoch und die Zugriffszahlen würden sinken. Hier steht eben wieder der Profit über dem Jugendschutz und deswegen macht man es sich schön einfach, bietet frei an, was man will, ohne Beschränkungen, um viel Geld zu machen und wälzt jegliche Verantwortung auf andere ab.

      Klar können Kinder auch mit solchen Schutzmechanismen bei Freunden schauen, doch das liegt dann in der Verantwortung der Familien, die das untereinander zu klären haben. So, wie es momentan ist, ziehen sich Anbieter und Staat komplett aus der Affäre und tun hier so gut wie gar nichts. Und das kann eigentlich nicht sein. Hier muss mehr getan werden, von allen Seiten.

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