UIs in MMORPGs: Zu viel oder zu wenig Informationen?

MMORPG-Spieler sind eine besondere Sorte von Spielern. Denn in MMORPGs zählt meist nicht die Immersion, sondern die Effektivität und das bezieht die Benutzeroberfläche mit ein.

MMORPG-Spieler möchten gerne möglichst viele Informationen haben. Wie viele Hitpoints hat der Gegner noch? Wie viel Schaden hab ich gemacht? Kann ich gleichzeitig mit mehreren Leuten chatten? Wo ist die Minimap? Wo ist das Fenster mit der aktiven Quest? Welche Buffs und Debuffs sind momentan aktiv? Wo ist der Pfeil, der mich zum nächsten NPC führt? Wie heißen all die Mitspieler, die um mich herum sind? All dies soll möglichst direkt und schnell zugänglich auf dem Monitor angezeigt werden.

Damit erschafft man sich zwar einerseits viele Informationen im Blickfeld, zerstört aber andererseits die Immersion des Spiels. Denn je mehr dieser UI Elemente und Fenster auf dem Screen zu sehen sind, desto mehr rückt das eigentliche Spiel und die Grafik sowie die Welt und das Drumherum in den Hintergrund. Spiele, welche hier einen anderen Ansatz versuchen, wie beispielsweise The Elder Scrolls Online mit einem sehr minimalistischen Interface, werden von MMORPG-Spielern meist runtergemacht. Man hätte nicht alle Informationen im Blickfeld, die nötig sind, um effektiv spielen zu können.

Single Player Spieler sehen dies dagegen ganz anders. Zwar benötigt man gewisse Informationen, andere wiederum sieht man als überflüssig an. Ist es wirklich nötig zu wissen, dass man 54.879 Schadenspunkte gemacht hat. Muss man jeden Namen von NPC eingeblendet haben – woher weiß man diese Namen überhaupt? Muss man ein Questfenster geöffnet haben, wenn man doch ein Tagebuch aufrufen kann? Muss eine Brotkrumenspur zum nächsten NPC führen oder macht es vielleicht mehr Spaß, diesen selbst zu suchen? Diese Diskrepanz zwischen den UI Vorlieben führt oft dazu, dass sich Single Player Spieler von MMORPGs abgeschreckt fühlen.

Hier wird es wohl keinen Konsens geben, außer, UI Elemente möglichst optional zu machen, sodass sich jeder seine eigene Benutzeroberfläche zusammenstellen kann. So kann jeder auf die Art spielen, wie er es für richtig hält.