Unsung Story – Ein weiterer Nagel im Sarg von Kickstarter-finanzierten Games

Kickstarter schien vor einigen Jahren der Heilige Gral der Indie-Spielefinanzierung zu werden. Endlich hatte man eine Methode entdeckt, um Geld direkt von den interessierten Spielern zu erhalten, ohne einen Publisher einschalten zu müssen. So konnte man seine Idee mit dem Geld der Fans umsetzen und noch gemeinsam mit ihnen die Feinheiten des Spiels ausarbeiten. Hörte sich gut an und klappte auch in vielen Fällen.

Kickstarter hat Schlagseite

Allerdings zeigt sich nun immer mehr, dass Kickstarter nicht das Allheilmittel für kreative Games, jenseits des Mainstreams ist. Man schaue sich das Beispiel Unsung Story an. Ein RPG, welches von den Entwickler derartiger Klassiker wie Vagrant Story oder Final Fantasy Tactics stammt. Über die Kickstarter-Kampagne konnten rund 660.000 US-Dollar eingenommen werden. Die Finanzierung hätte damit gesichert sein sollen. Ist sie aber nicht. Die Entwickler erklären, dass sie Unsung Story erstmal auf Eis legen müssen. Es wäre zu einigen Problem gekommen, welche die Entwicklung des Spiels beeinflussen würden. Man hätte wichtige Mitglieder des Teams verloren.

Das Vertrauen in Kickstarter ist erschüttert

Zudem würde es mit der finanziellen Stärke des Unternehmens nicht so gut aussehen. Daher habe man sich entschieden, die Entwicklung von Unsung Story erstmal einzustellen und an kleineren Projekten zu arbeiten. Diese könne man schneller fertigstellen und so die finanzielle Lage der Firma stabilisieren. Anschließend wird man sich wieder Unsung Story widmen. Die „Backer“ sind natürlich enttäuscht und desillusioniert. Nachdem bereits der Ant Simulator eingestellt werden musste, weil die Entwickler das ganze Geld versoffen und für Stripperinnen ausgegeben haben, ist dies nun ein weiterer Schlag ins Gesicht aller, die Kickstarter gerne nutzen wollten – entweder, um ein interessantes Spiel zu unterstützen oder, um es darüber zu finanzieren. Derartige Dinge erschüttern das Vertrauen der Kunden, die sich nun natürlich zweimal überlegen, nochmal Geld in ein Kickstarter-Projekt zu stecken. Das könnte auf längere Sicht schwerwiegende Auswirkungen auf die Branche haben. Denn Indie-Spiele sind nötig, um für frischen Wind zu sorgen, doch wenn diese nicht mehr finanziert werden können, dann wäre das mehr als schade…

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