Warum die Spielebranche Arbeitszeiterfassung braucht

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat geurteilt, dass Unternehmen in der EU ein verlässliches Arbeitszeiterfassungssystem einführen müssen und das ist genau das, was die Spielebranche braucht.

Selbst ein Teil dieser Branche habe auch ich 20-Stunden-Arbeitstage und 80-Stunden-Wochen durchgemacht – ohne jegliche Extra-Vergütung. Das hat nicht nur mich selbst psychisch und körperlich belastet, dadurch stand auch meine Ehe kurz vor dem Aus. Es gab keinerlei Zeiterfassung, weswegen man sich Überstunden in die Haare schmieren konnte – geleistet werden mussten sie trotzdem.

Man hört immer wieder von harten Crunch-Zeiten in der Spiele-Branche. Nun mit Games-as-a-Service ist sogar schon von Dauer-Crunch die Rede. Entwickler werden an ihre Belastungsgrenzen getrieben und dadurch verheizt. Überstunden werden oft nicht ausgeglichen. Das sind Zustände, die nicht tragbar sein. Als Arbeitnehmer soll man sich an seine Verpflichtungen des Arbeitsvertrags halten, aber Arbeitgeber meinen, dies nicht tun zu müssen. Obwohl eine 40-Stunden-Woche vertraglich festgelegt wurde, muss trotzdem mehr gearbeitet werden.

Zeiterfassung wird für Unternehmen in der EU zur Pflicht - und das ist für die Spielebranche gut so. Klick um zu Tweeten

Solche Zustände sind in der Spiele-Branche üblich und das muss sich ändern. Arbeitzeiterfassung muss dazu führen, dass Überstunden entweder vergütet oder ausgeglichen werden oder, dass vertraglich festgelegte Arbeitszeiten eingehalten werden müssen. Das kann dazu führen, dass Europa ein Problem mit der Wettbewerbsfähigkeit im Vergleich zu Ländern ohne entsprechende Gesetze bekommt. Doch dann ist das Management eines Unternehmens gefragt, dies auszugleichen – etwa durch mehr Mitarbeiter. Eine Verpflichtung zur Zeiterfassung in europäischen Unternehmen wird Änderungen mit sich bringen, doch das Urteil des EuGH war längst überfällig.

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