Was ist Community Management? Forum-Affe oder Experte?

Was ist Community Management Forum-Affe oder Experte
Was ist Community Management Forum-Affe oder Experte

Immer wenn ich eine Stellenausschreibung als Community Manager sehe, dann schaue ich ganz genau hin, nicht nur auf das Anforderungsprofil, sondern auch auf das Aufgabengebiet der eingesetzten Community Manager.

Supporter mit mehr Aufgaben?

Nach meiner Erfahrung wird der Community Manager in vielen Firmen zweckentfremdet und als eine Art Supporter mit erweiterten Aufgaben angesehen. Diese Aufgaben können die Abdeckung von Aufgaben im Bereich Qualitätsmanagement, Support oder als Übersetzer sein.

Ich habe auch schon erlebt das Community Manager gar keinen Zugriff auf die Community erhalten, weder im Forum, noch auf sozialen Netzwerkseiten, noch im Spiel – einfach nur ein „schickerer“ Name um unwissende anzulocken.

Die Aufgaben eines Community Managers

Viele Firmen unterschätzen die Rolle des Community Managers wahnsinnig, wahrscheinlich auch, weil es nur wenige gute Community Manager gibt – Community Manager muss man sein und kann man nicht werden oder sich anlernen.

Als Community Manager ist man eines der wichtigsten Zahnräder in einer Firma! Da man direkten Kundenkontakt hat, eigentlich auf allen Ebenen (Forum, Apps, soziale Netzwerkseiten, etc.), ist man der perfekte Kandidat um in allen Prozessen mitzuspielen.

Wird ein Fehler mehrfach reportet? Dann ab mit der Info in den Support und an die IT, so dass die 1. wissen das es einen Fehler gibt und sich auf eine potentielle, erhöhte Nachfrage einstellen können und an 2. damit man den Fehler untersuchen kann.

Die Banner aus der Marketingabteilung performen nicht so wie man sich das wünscht? Frag den Community Manager was er davon hält! Er kennt die Core-Community, er weiß direkt wie die Kunden ticken, im besten Fall kennt er auch das Produkt besser als der Marketing Manager.

Events & Sales bei globalen Spielen

Oft werden große Spieltitel auf verschiedenen Märkten angeboten: Deutschland, Österreich, Schweiz, Frankreich, Niederlande, Amerika etc. In vielen Fällen ist für dieses eine Spiel 1 Produktmanager zuständig, welcher alle Territorien verwaltet.

Der Community Manager ist für den Produktmanager eines der wichtigsten Werkzeuge, denn durch ihn erhält er Informationen zu lokalen Feiertagen, besonderen Ereignissen und eine Rückmeldung über die Mentalität des jeweiligen Marktes.

Durch dieses Wissen können dann auch Sonderangebote ganz speziell auf jeden Markt ausgerichtet und angeboten werden, was sich natürlich positiv auf die Umsatzzahlen auswirkt.

Der Community Manager als Schweizer Taschenmesser

Persönlich sehe ich die Rolle des Community Managers vergleichbar mit der eines Schweizer Taschenmessers, er muss viele Prozesse und Abläufe im Unternehmen kennen, kommunikationsstark und selbstbewusst sein und genau wissen in welchen Situationen er Informationen in bestimmte Richtungen kommuniziert.

Daher finde ich es immer sehr Schade das viele Firmen das Potential dieser Position verkennen und lediglich an der Oberfläche kratzen, vielleicht auch durch fehlende Expertise, und somit einen, eigentlich wunderbaren Beruf, degradieren und oftmals nur für Handlangerarbeiten einsetzen.

4 Kommentare

  1. Hallo.
    Über diesen Beruf ist schon viel geschrieben worden. Ich empfehle dazu sich auf den Seiten des BVCM, als auch des Community Roundtable, wie auch mycmgr umzuschauen. Grundsätzlich ist es richtig… jedes Unternehmen definiert es anders und oft sehr realitätsfremd.
    Dennoch kann man vieles in dem Beruf lernen wie Kommunikation, Tools, Inhalte aus Marketing und PR, wie auch interkulturelle Kompetenzen. Das weiß ich aus jahrelanger Praxis und vielen ausgebildeten CM’s.
    Richtig erfolgreich sind aber meist nur die, die es von den social skills auch sind, Beispiel Einfühlungsvermögen. Und das… da gebe ich Recht, kann man nicht lernen (denke ich). Man ist so ein Typ Mensch oder nicht.
    VG

    • Moin Eiko,

      als jmd. der selber auch 8+ Jahre als CM und 10+ Jahre in der Spielebranche gearbeitet hat, kann ich dem nur zustimmen.

      Habe in dieser Zeit 2 Community Manager kennen gelernt, wo ich selber sagen würde, dass die „der Typ“ sind, der Großteil bemüht sich zwar, das reicht aber nicht immer – oft fehlt auch die Inspiration, eine starke Führungsperson vor einem CM-Team.

      Und machen wir uns nichts vor, nur weil Personen mit Expertise versuchen das Berufsbild zu definieren, wird es auf absehbarer Zeit nicht festgeschrieben stehen.

      Natürlich kann man die Core-Skills im Beruf lernen, dennoch finde ich das ein gewisses Grundinteresse an den anderen Abteilungen vorhanden sein muss.

      Zum Thema „erfolgreich“, kommt ja auch immer darauf an wie man das definiert. In der Spielebranche leider echt schwer, weißt ja selber das CMs oft nur „verbrannt“ werden und man nur selten innerhalb einer Firma die Chance hat sich weiter zu entwickeln.

      • Hallo.

        Bin ich absolut der Meinung. Oftmals werden die CMs sinnlos verbrannt und eine Weiterentwicklung ist ebenfalls häufig kaum gegeben (aus unterschiedlichen Gründen).

        Und ja… eine Findung des Berufsbildes wird lange dauern. Zumindest bis es mal einen einheitlichen Standard geben wird (und ich rede da noch nicht von einer allgemein anerkannten Ausbildung oder einem vergleichbarem Studium). Auf der anderen Seite ist das auch nicht schlecht. Wer sich intensiver damit auseinandersetzt wird feststellen: Allein die Anforderungen von Userseite ändern sich rasant.

        Da braucht es eine gehörige Portion von emotionaler Bindung zu diesem Beruf, um da mitzuhalten. Da wir beide unsere Erfahrungen unter anderem in der Spielebranche gemacht haben… da braucht man viel „Passion“, um da manchmal nicht den Verstand zu verlieren 🙂

        Viele Grüße.

        Eiko

        • Ich würde mir wünschen diese notwendige Passion wäre nicht nur bei den CMs vorhanden, denn dann wäre der interne Frustfaktor ein ganz anderer… spontan denke ich daran als Marketing Manager gefragt haben ob schon jmd. das League of Legends lizensiert hat, davon hätte er schon einmal gehört – wenn du da in Management-Meetings bist verlierst du teilweise echt den Glauben.

          Aber da hat sich die Branche auch massiv gewandelt. Vor über 10 Jahren, als ich angefangen habe, da hat man mit Leuten zusammen gearbeitet die richtig Bock drauf hatten, die was geiles leisten wollten, die sich auch ein Bein ausgerissen haben – inzwischen ist es zum Großteil (es gibt durchaus lobenswerte Ausnahmen) „rinse and repeat“, ohne wirklich den Willen etwas zu machen.

          Eine der wenigen Berufsgruppen in der Branche ist nun einmal der Community Manager, welcher, meiner Meinung nach, von seiner Natur aus komplett anders sein muss, im Vergleich zum aktuellen „Bild“, was dann zwangsläufig in die Frustrationsspirale führt. Wer passionierter Gamer ist, ist meiner Meinung nach, im Normalfall, schlecht in der Spielebranche aufgehoben.

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