Wie die E3 sich selbst in die Bedeutungslosigkeit abschafft

Die Pressekonferenzen der großen Publisher auf der E3 sind vorbei und wieder einmal hat man gesehen: Die E3 scheint nur Pflichtprogramm zu sein und schafft sich damit langsam selbst ab.

Es gab keine wirklich großen Überraschungen, kein einziges AAA-Spiel, das mich total vom Hocker gehauen hat. Bei der Konferenz von Nintendo bin ich sogar fast eingeschlafen und nicht einmal das Remake von Final Fantasy VII wurde gezeigt, geschweige denn darüber gesprochen. Man hatte durchgehend das Gefühl, als würden die Publisher und Entwickler in sicheren Gewässern fahren. Es wurden Spiele präsentiert, bei denen man das Gefühl hatte, sie schon seit Jahren zu kennen. Klar, das neue God of War sah super aus und doch ist es eben God of War. Days Gone war ebenfalls eines der Highlights und doch hatte man auch hier das Gefühl, als wäre es ein The Last of Us mit mehr Kämpfen.

Keine Überraschungen

Wo sind denn die großen Überraschungen geblieben, mit denen man früher die Spieler zum Staunen brachte? Battlefield 1 und das neue Call of Duty machten zwar auch einen guten Eindruck aber es waren eben wieder Games, die man so schon x Mal zuvor gespielt hat. Irgendwie bekam ich das Gefühl, als sei die E3 zu einem Pflichtprogramm degradiert worden. Auf der einen Seite ist man sich schon bewusst darüber, dass die E3 für die Branche wichtig ist, aber irgendwie will man keine Risiken eingehen und man möchte nicht, dass wirklich coole neue Games in der Masse untergehen. Also kündigt man diese lieber irgendwann mal an, sodass man die volle Aufmerksamkeit genießen kann.

Die Spielebranche braucht aber Events wie die E3, sodass Games wirklich in der Mitte der Gesellschaft ankommen können. Dass über Computerspiele geredet wird, auch in anderen Medien. Doch wenn man dann immer nur denselben 08/15 Schmonz ankündigt, Spiele zeigt, die schon vor Jahren das erste Mal vorgestellt wurden, dann rutscht die gesamte Messe in die Bedeutungslosigkeit ab. Die Games-Industrie, die eigentlich so viel Wert auf Aufmerksamkeit legt und darauf, Anerkennung zu sammeln, schafft die Messe ab.

Seid mutiger, liebe Publisher und kündigt auch mal wieder die supertollen Megaüberraschungen an, mit denen keiner gerechnet hat und die alle vom Hocker hauen. Denn sonst hat irgendwann keiner mehr Lust, sich auch nur die Livestreams der Messe anzusehen.

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