Youtuber gegen Spielepresse: Die Sicht eines YouTubers

Die Meinung der Spiele-Journalisten habt ihr bereits gelesen, wenn nicht hier geht’s zum Beitrag.

Kurz zu mir: Meine Name ist Martin und ich veröffentliche auf meinem Kanal Defender833 Videos, die den inhaltlichen Schwerpunkt Gaming haben. Neben Programmier-Tutorials & täglichen Streams findet man auch ein Kurz-Review-Format, den „5 Minuten Mittwoch“.

Was bedeutet das jetzt genau?

Der sogenannte 5MM ist ein Format in dem ich wenig bekannte Spiele, größtenteils auch aus der heimischen Indie-Games-Produktion (zB Hammerlabs, Bumblebee und anderen in NRW ansässige Entwickler), kurz vorstelle und meine Meinung dazu abgebe.

Im gameZINE-Beitrag schrieb der Autor sinngemäß, die Konsumenten entwickeln ihren Anspruch zurück und schauen lieber Infotainment[i] Videos zu den Spielen, anstatt in klassischen und digitalen Printmedien darüber zu lesen. Es wurde vor allem die Intransparenz und das fehlende Einschätzungsvermögen der jungen YouTuber, die sogenannten „Influencer“, bemängelt.

YouTube ist ein hartes Pflaster, wenn es um die Monetisierung des eigenen Contents geht. Es geht um Reichweite, „Views“, „likes“ und „Shares“. Wer erfolgreich sein möchte und mit YouTube plant seinen Lebensunterhalt zu verdienen, wird aber von der Werbung allein nicht seine Miete zahlen können. Das eigentliche Geld steckt in den Product-Placements[ii].

Vorwurf von unlauterem Wettbewerb ist nichts Neues

Diese Diskussion ist nicht neu, YTitty[iii] und Bibis Beauty Palace[iv] wurde schon vor YouTube Äonen vorgeworfen, sich mit Schleichwerbung etwas dazuzuverdienen und diese nicht ausreichend genug zu kennzeichnen. Allerdings möchte ich dem Autor und natürlich euch Lesern in diesem Beitrag die andere Seite der Medaille zeigen.

Mögen meine Videos vielleicht nicht dem Anschein nach aufwändig geschnitten sein, so steckt dennoch einiges an Zeit in ihnen. Des Öfteren ist auch mal ein Indie Entwickler bei mir zu Gast und spricht über sein Spiel, aber Geld habe ich bislang dafür noch keines genommen.

Das ein oder andere Mal bekommt man einen Key, sprich das Spiel umsonst. Die meisten der Titel kaufe ich allerdings selbst, ohne die Nutzung von Affiliate-Links.

Vom Tellerwäscher zum Millionär? Wohl eher nicht!

Nun gut jetzt zähle ich vermutlich auch nicht zu der Sorte YouTuber die in 100 Liter Nutella badet, sondern schon versucht sinnvollen Content zu gestalten, aber irgendwo ist man ja auch als Student in der Pflicht, die Miete zu bezahlen. Werbeeinnahmen helfen da nicht wirklich, stattdessen übersetze ich Untertitel, der Preis pro Videominute ist erniedrigend tief und die Auftragslage sehr mau. Würde ich ein bezahltes Placement auf meinem Kanal bringen, wenn der Preis stimmt?

Überraschenderweise ja! Unter der Bedingung, dass ich tatsächlich auch etwas Gutes an dem Spiel finden kann. Ehrlichkeit ist in diesem Zusammenhang das wirklich einzige Prinzip das ich nicht über den Haufen werfen würde. Wenn es mir ehrlich Spaß machen würde, würde ich auch in verschiedenen ekligen Dingen baden.

Ist Bezahlung wirklich etwas Schlimmes?

Ich finde es nicht schlimm sich für einen Beitrag bezahlen zu lassen, in dem Arbeit steckt und ich kann hier zwar nur von mir sprechen, aber ich schaue mir das Spiel genau vorher an und überlege welche Aspekte für den Zuschauer interessant sind.

Ich nutze zwar keinen einheitlichen Bewertungsbogen, achte aber auf die Steuerung, die Grafik und natürlich gerade bei Indie-Titeln darauf ob das Spiel auch spielbar ist. Ersetze ich damit einen Spiele-Journalisten? Ich glaube nicht.

In meinem Format geht es darum Spiele kennen zu lernen, die man vllt in einer Zeitschrift überblättert hätte, Neugier zu wecken und das Spotlight auch mal auf Titel zu richten, die abseits der selben Reihen (CoD, Battlefield, Fifa, Assassin’s Creed und Konsorten) der großen Publisher erscheinen.

Natürlich gibt es auch ausgereifte Reviews auf YouTube und ohne Zweifel jede Menge, entschuldigt den Ausdruck, Scheiße, aber ist das im geschriebenen Format denn nicht ähnlich?

Es gibt bestimmt tausende Klatschblätter und Blogs die sich als Spiele-Journalisten ausgeben und an Pressekopien in den vergangenen Jahren gekommen sind, aber nie einen Beitrag dazu veröffentlicht haben oder nur schlecht recherchierte Artikel veröffentlicht haben. Jede Plattform hat ihre Macken und ich möchte an dieser Stelle keine der im Artikel vorkommenden Parteien reinwaschen.


[i] https://de.wikipedia.org/wiki/Infotainment
[ii] https://de.wikipedia.org/wiki/Produktplatzierung
[iii] http://www.shz.de/deutschland-welt/netzwelt/y-titty-werbe-skandal-statt-lachnummer-id6124666.html
[iv] http://www.spiegel.de/netzwelt/web/youtube-star-bibi-wirbt-junge-menschen-das-neue-werbe-business-a-1066678.html

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