Killswitch Mythos: Ein Spiel wie die Realität

    Dieses Spiel scheint wirklich wie aus dem Nichts hohe Bekanntheit erlangt zu haben. Eines Tages wurde Killswitch auf einem Blog im Internet präsentiert, welcher sich Invisible Games nennt und durchaus kuriose Spiele auflistet. Der Blog erhielt seit Jahren keine Updates mehr, die Geschichten darauf sind jedoch weiterhin erreichbar. Der sicherlich interessanteste Beitrag handelt von einem Spiel namens Killswitch, welcher 1989 von der Karvina Corporation veröffentlicht wurde.

    In der Pressemitteilung, welche anschließend von dem Unternehmen an Spielemagazine und Fachhändler verschickt wurde ist folgendes zu lesen: „Killswitch wurde entwickelt, um eine einzigartige spielerische Erfahrung zu bieten: Wie die Realität ist das Spiel nicht wiederholbar und oftmals unlogisch. Einige mögen auch sagen, das Spiel sei unaussprechlich. Der Tod bedeutet das Ende. Das Schicksal von Porto und ihrem geliebten Ghast ist genau so wenig bekannt, wie unser eigen.“

    Ja, Killswitch ist wirklich ein außergewöhnliches Spiel. Es kann nämlich nur ein einziges Mal gespielt werden, egal ob man stirbt oder das Spiel komplett beendet, es wird sich anschließend selbst von der Festplatte löschen. Man konnte es nicht wiederherstellen und schon gar nicht kopieren. Es war ein einzigartiges Erlebnis, dessen Länge davon abhing, wie weit der Spieler fortschreiten konnte. Nur wenige Spieler sollen es gespielt haben, schließlich wurden nur knapp 5.000 Kopien zu diesem Spiel veröffentlicht.

    Im Spiel selbst kann man zwischen zwei Charakteren wählen: Eine menschliche Frau namens Porto und Ghast, welcher ein unsichtbarer Dämon ist. Unsichtbar heißt in diesem Spiel wirklich unsichtbar, schließlich konnte auch der Spieler Ghast nicht erkennen. Es gab keinen einzigen Spieler, der die Kampagne von Ghast beendet hat. Beide Charaktere hatten jedoch auch besondere Fähigkeiten: Porto wechselte ihre Größe, sodass sie zwar schrumpfen konnte, aber dies geschah völlig willkürlich und vielleicht auch in ganz unpassenden Momenten. Ghast hingegen konnte Feuer speien.

    Wie jetzt einige vielleicht angemerkt haben, kann man sich nur ein einziges Mal für einen der beiden Charaktere entscheiden und den anderen Charakter niemals spielen. Da die Kampagne von Ghast niemals beendet wurde, ist lediglich die Kampagne von Porto bekannt. Diese spielt in einer verlassenen Kohlemine, wo Porto früher selbst gearbeitet hat. Diese ist mittlerweile außer Betrieb und nun unter anderem von Dämonen bevölkert. Was mit der Mine geschehen ist erfährt Porto im Verlauf der Kampagne. Das Ende des Spiels zeigt ein Videoband welches Porto findet und wodurch sie die schreckliche Geschichte der Kohlemine erfährt. Anschließend wird der Bildschirm weiß und das Spiel geht zu Ende.

    Das Spiel wurde innerhalb kurzester Zeit so bekannt, dass viele Spieler versucht haben eine Kopie zu erwerben. Die einzige Kopie die je erworben wurde soll von einem gewissen Yamamoto Ryuichi für $733.000 (über 560.000€) ersteigert worden sein. Viele glauben, dass es die letzte noch verfügbare Kopie des Spiels war. Yamamoto wollte ein Video veröffentlichen, wie er das Spiel durchspielt, aber es ist lediglich ein kurzer Film veröffentlicht worden, welcher nur knapp 1 Minute und 45 Sekunden anhält. Man sieht Yamamoto an seinem PC vor dem Auswahlbildschirm der Charaktere sitzen, jedoch bewegt dieser sich nicht – Er weint.

    Gibt es wirklich so ein Spiel welches man nur ein einziges Mal spielen kann? Die Geschichte ist wirklich mitreißend, aber auch vollkommen erfunden. Es gibt weder Informationen über ein Unternehmen namens Karvina Corporation, noch über das Spiel an sich. Killswitch existiert nicht und hat auch niemals existiert. Ein spannender Videospiel-Mythos ist es jedoch allemal und kursiert seit eh und je in verschiedenen Internet-Foren.