Digitalisierung und nachhaltige Entwicklung konsequent zusammendenken

Digitalisierung und nachhaltige Entwicklung als zwei zentrale Transformationsprozesse betreffen nahezu jeden Bereich des öffentlichen und privaten Lebens. Diese Prozesse eröffnen große Chancen, innovative Lösungsansätze zu entwickeln – sind jedoch gleichzeitig mit neuen Herausforderungen verbunden. Es geht darum, Digitalisierung nachhaltig zu gestalten und nachhaltige Entwicklung mit digitalen Technologien zu unterstützen. Daher müssen Digitalisierung und nachhaltige Entwicklung konsequent zusammengedacht werden. Dies bekräftigte der Staatssekretärsausschuss für nachhaltige Entwicklung unter Leitung von Bundesminister Helge Braun als Chef des Bundeskanzleramtes bei seiner gestrigen Sitzung. Digitalisierung könne einen wesentlichen Beitrag zur Erreichung der Nachhaltigkeitsziele leisten.

Dies soll mit einer Vielzahl von Maßnahmen vorangetrieben werden: Unter anderem sollen die Ressorts im Rahmen der deutschen EU-Ratspräsidentschaft im zweiten Halbjahr 2020 die Themen Digitalisierung und Nachhaltigkeit zusammen betrachten. Der Rat für Nachhaltige Entwicklung wird gebeten, anknüpfend an ein Gutachten des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung globale Umweltveränderungen unter Einbeziehung relevanter Gremien über Schlussfolgerungen für die Weiterentwicklung der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie zu beraten.

Mit der „Digital GreenTech“ Initiative soll die Entwicklung intelligenter ressourcensparender Umwelttechnologie vorangetrieben werden. Das Projekt Green IT der Bundesverwaltung soll fortgeführt werden. Dafür sollen die Ressorts die Frage ihres Energie- und Ressourcenverbrauchs durch Digitalisierung, aber auch die Frage, wie Digitalisierung Ressourcen schonen kann, in der neuen Energieeffizienzstrategie sowie der Neuauflage des Deutschen Ressourceneffizienzprogramms mit Maßnahmen unterlegen.

Mit einer Initiative zu Datenwissenschaften für Nachhaltigkeit in Städten und Gemeinden sollen gezielt Partner aus Kommunen und Datenwissenschaften zusammengebracht werden, damit diese digitale Lösungen zu konkreten Nachhaltigkeitsfragestellungen entwickeln können. Fortgeführt werden soll außerdem der Erfahrungsaustausch der Bundesregierung mit Akteuren aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft mit besonderen Kompetenzen an der Schnittstelle Digitalisierung/Nachhaltigkeit.

Hervorgehoben wurde zudem die Bedeutung sozialer Gesichtspunkte mit Blick auf das Prinzip der Agenda 2030 „leave no one behind“. Ein wesentlicher Punkt ist dabei der angemessene Zugang aller Menschen zur notwendigen digitalen Infrastruktur. Auch der notwendige Kompetenzerwerb durch Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) wird mit einem Fokus auf Digitalisierung in der Umsetzung des Nationalen Aktionsplans BNE gestärkt.

Die Wirtschaft sei ein wichtiger Partner, Digitalisierung im Sinne nachhaltiger Wertschöpfungsketten voranzutreiben. Dazu sei ein Ordnungsrahmen notwendig, der den Zugang zu digitalisierten Märkten und Infrastrukturen für Verbraucher und Unternehmen dauerhaft gewährleistet. Der Staatssekretärsausschuss begrüßte, dass sich die Akteure der Plattform Industrie 4.0 mit ihrem Leitbild 2030 zur Nachhaltigkeit bekennen. Geplant ist ein interaktiver Leitfaden für kleine und mittlere Unternehmen zur Selbstanalyse der ökologisch-sozialen Herausforderungen im Unternehmen innerhalb des Netzwerks von Mittelstand-Digital.

Am Gespräch mit der Bundesregierung zum Thema Digitalisierung und Nachhaltigkeit/Digitalpolitik für nachhaltiges Wirtschaften nahmen teil: Ulrich Burchardt, Oberbürgermeister von Konstanz, Dr. Carsten Polenz, SAP; Prof. Dr. Johan Rockström, Potsdam Institut für Klimafolgenforschung.

In einem weiteren Tagesordnungspunkt stellten das BMAS und das BMBF ihre Ressortberichte zur Umsetzung der Agenda 2030 und der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie vor.

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