Kritik an transsexuellem Baldur’s Gate Helden – Wir sind ja so tolerant…

Ach, was sind wir doch tolerant. Wir haben nichts gegen Ausländer – solange sie im Ausland bleiben. Wir haben nichts gegen Homosexuelle – solange sie in ihren eigenen vier Wänden bleiben. Und wir haben nichts gegen Transsexuelle – solange das Thema nicht von einem Computerspiel aufgegriffen wird. Nach über 17 Jahren erhielt das RPG Baldur’s Gate nun eine Erweiterung. Siege of Dragonspear erzählt, was zwischen dem Spiel und seinem Nachfolger geschehen ist. Viele freuten sich auf das Game und auf die Retro-Spielerfahrung – bis sie auf die Klerikerin Mizhena trafen.

Ich habe ja nichts gegen… aber…!

Denn die Spielfigur offenbart im Gespräch, als Mann geboren zu sein. Allerdings sei sie in Wahrheit eine Frau, weswegen sie sich einen neuen Namen gab und fortan auch als Frau lebt. Eigentlich eine interessante Situation, welche auch unsere Welt widerspiegelt. Doch in einem Computerspiel hat so etwas offenbar nichts zu suchen, wenn man sich die vielen negativen Meinungen der Gamer ansieht. Man will sich zwar nicht als intolerant darstellen, aber Transsexualität hätte nunmal nichts in einem Spiel verloren, so lautet der Tenor der Meinungen. Deswegen verpasst man dem Spiel auch mal gleich schlechte Bewertungen, um seinen Frust abzulassen. Und dann ist der Retro-Aspekt plötzlich nicht mehr gut und alle Dialoge sind mies geschrieben…

Etwas mehr Vielfalt tut immer gut

Mal im ernst: Was ist schlimm an einer transsexuellen Spielfigur in einer Welt voller Drachen, Orks, Zauberer, Geister und Dämonen? Muss sich denn alles immer nur um den blonden, weißen Helden drehen, der die Jungfrau aus dem Turm des bösen Magiers rettet und sie anschließend heiratet? Repräsentiert das die Welt, in der wir leben? Auch Fantasywelten sollten etwas mehr Vielfalt zeigen und sich mit Dingen beschäftigen, die auch in der echten Welt eine Rolle spielen. Das macht alles doch erst interessant und abwechslungsreich. Außerdem kann man Toleranz nicht heucheln, wenn man sich im selben Satz verrät und zwar mit „Ich habe ja nichts gegen… aber…“. Toleranz ist wichtig und sie darf nicht vor einem Computerspiel Halt machen! Darüber sollte man mal nachdenken.

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