Das Paradoxon: Offene Spielwelt aber Questmarker und Brotkrumenwege

Viele Gamer – vor allem im MMORPG-Bereich – verlangen nach einer riesigen und offenen Spielwelt. Doch erkunden wollen sie diese nur mit Questmarkern und vorgegebenen Wegen zu den Zielen.

Es ist schon paradox: Wird ein neues Rollenspiel oder MMORPG angekündigt, das keine Open World bietet, ist das Geschrei meist groß. „Eine offene und große Spielwelt sei nötig, das würde das Spiel lebendig machen und viele Möglichkeiten zum Erkunden bieten.“ „Spiele heutzutage bräuchten einfach eine offene Welt.“ Doch bietet ein RPG eine große Spielwelt aber keine Questmarker und keine markierten Wege zu den nächsten Zielen, dann wird ebenfalls gemeckert.

Ich will eine Open World, sie aber nicht erkunden!

Im Prinzip läuft es darauf hinaus, dass die Spieler nur die Illusion einer Open World haben wollen mit den theoretischen Möglichkeiten, diese zu erkunden. Doch statt das wirklich zu tun, laufen Sie Brotkrumenwege zum nächsten Questziel ab und halten nur Ausschau nach den NPCs, die Ausrufezeichen über den Köpfen tragen. Wenn diese Hilfsmittel nicht vorhanden sind, hagelt es Kritik. „Wer hat denn Zeit, die ganze Welt nach den wichtigen NPCs abzuklappern oder zu suchen, wo es als nächstes hin geht?“ „Questmarker gehören inzwischen zu jedem Spiel!“

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Schnelle Erfolgserlebnisse und die Illusion einer großen Welt sind wichtig

Es ist ein interessantes Phänomen, das bestimmt damit zusammenhängt, dass man als Spieler möglichst schnell möglichst viele Erfolgserlebnisse haben möchte. Das Suchen nach dem nächsten NPC ist dabei nicht spaßig genug. Das war früher noch anders. Da gab es nicht mal Automaps. Die Zeiten haben sich geändert, Spiel wurden immer zugänglicher und ermöglichten genau diese schnellen Erfolgserlebnisse. Und wenn dann heute ein Spiel erscheint, das solches „Händchenhalten“ nicht bietet, dann wird es gleich kritisiert. Doch auf der anderen Seite nach einer riesigen Open World zu verlangen, die man eigentlich gar nicht erkunden will, ist einfach nur paradox.

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