Shroud of the Avatar – alles scheiße? – Definitiv nicht!

Finden wir Shroud of the Avatar scheiße? Definitiv nicht!  Ich selbst bin Backer der ersten Stunde und ein riesiger Ultima-Fan. Ich erhoffe mir sehr viel von SotA – vielleicht sogar zu viel und möchte, dass es ein sehr gutes RPG und auch ein großer Erfolg wird. Das mal vorweg.

Kritik aber kein Gebashe

Ich gehe recht kritisch mit dem Spiel um, das stimmt. Allerdings nicht, um ihm zu schaden, sondern im Gegenteil, ich hoffe, damit auf einige Dinge aufmerksam machen zu können, die vielleicht (meiner Meinung nach) nicht gut laufen und verbessert werden sollten.

Ich bin ein großer Fan von Single-Player-RPGs und mir liegen die Single-Player-Ultimas etwas mehr am Herzen als Ultima Online. Das bedeutet nicht, dass ich komplett gegen einen MMO-Modus und eine Sandbox bin. Aber gerade als Backer der Kickstarter-Kampagne habe ich vielleicht einen anderen Eindruck vom Spiel erhalten. Hier mal, was ich mir von SotA seit den ersten Tagen nach Ankündigung erhoffe, gerade aufgrund der Ankündigung:

Ich hoffe, dass SotA ein RPG wird, in dem ich als Held eine epische und spannende Geschichte erleben kann. Meine Taten sollen Auswirkungen auf die Welt und die Bewohner haben. Diese Geschichte möchte ich genau wie in einem klassischen Single-Player RPG erleben. Ich möchte eine „lebendige“ Welt vorfinden, in der ich mit so gut wie allem interagieren kann und in der NPCs ein „eigenes Leben“ führen. Daneben habe ich die Möglichkeit, mich mit Freunden zu treffen und mit diesen gemeinsam die Welt zu erkunden und einige Quests zu erledigen. Wenn ich möchte, kann ich sogar mal „richtig“ online gehen und im Open Online Mode auch fremde Spieler treffen, die vielleicht gerade ein Konzert geben oder an einer PvP-Schlacht teilnehmen. Ich kann mein eigenes Haus bauen und einrichten und per Crafting andere Spieler unterstützen. Der Fokus für mich lag aber immer auf der Story, die ich alleine erleben kann sowie der „lebendigen“ Welt.

Greift das Konzept aus der Kickstarter-Kampagne noch?

Momentan jedoch macht das Spiel für mich einen genau umgekehrten Eindruck: Es scheint ein MMO (mit beschränkter Spielerzahl pro Szene aufgrund der Instanzierung) zu sein, bei dem ich die Spieler ausblenden kann, um einer Story zu folgen. Ich mag das vielleicht falsch sehen aber für mich hört sich das nach zwei unterschiedlichen Spielen an und es scheint so, als hätte man das Konzept der Kickstarter-Kampagne kurzerhand umgedreht. Klar, dass noch bei weitem nicht alles fertig ist und man erst ein Basisspiel, eine Grundlage, schaffen muss, auf der man alle anderen Elemente (darunter auch die Story) aufsetzen kann. Doch diese Grundlage sieht mir momentan zu MMORPG-mäßig aus und ich bin unsicher, ob dazu ein Single-Player-RPG passt (ein Beispiel ist der MMO-Chat, über den auch die NPC-Konversationen laufen, anstatt ein wirklich schönes, eigenes Interface zu bekommen). Siehe auch den Screenshot aus dem Spiel, der den Artikel ziert und der aus dem Forum von SotA stammt. Dies sieht aufgrund des Interface nicht wirklich wie ein SP-RPG, sondern wie ein MMORPG aus.

Das Spiel nimmt – sehr langsam – Formen an

Nichtsdestotrotz habe ich mir auch die frisch gestartete Version R22 angesehen und muss sagen, dass ich den neuen Einstieg sehr gut finde. Die beiden neuen Anfangsgebiete vermitteln schon einen guten Eindruck davon, wie das Spiel mal aussehen könnte und auch der Single-Player-Aspekt kommt gut zum Vorschein. Es gibt hier zwar noch immer sehr viel zu tun, doch scheint sich SotA auf einem wirklich sehr guten Weg zu befinden. Daher ist Shroud of the Avatar sicher nicht scheiße, es ist ein Spiel in einem sehr frühen Zustand. Doch genau in diesem Zustand kann man noch auf Defizite hinweisen, sodass man alles noch besser machen kann, sodass das Spiel hoffentlich zu einem würdigen Nachfolger der Ultima-Serie wird.

1 Kommentar

  1. Hi Andreas,

    ich glaube ein Bashing des Spieles wird dir keiner unterstellen. Ich bin im Gegenteil dankbar über die Berichterstattung. Trotzdem stoßen mir immer wieder einige deiner Formulierungen sauer auf. Ich weiß nicht ob es daran liegt, dass ich dem spiel auch mit sehr viel Herzblut folge. In deinem jetzigen Artikel ist auch wieder eine solche drinne.

    „Es scheint ein MMO (mit beschränkter Spielerzahl pro Szene aufgrund der Instanzierung) zu sein, bei dem ich die Spieler ausblenden kann, um einer Story zu folgen.“

    Warum nennst du es nicht einfach ein instanziertes MMO? Nein du lenkst den Focus auf die beschränkte Spieleranzahl ohne Erläuterung woher diese kommt. Das hinterlässt einen negativen Eindruck der nicht wirklich eine Kritik darstellt.
    Mir ist sehr wohl bewusst, dass SotA (Shroud of the Avatar) noch jede Menge arbeit vor sich hat und gerade im Bereich SinglePlayer (reiner Offline Modus) kennen wir nur die Wünsche der Entwickler und das nach 2 Jahren Entwicklungszeit. Das schürt die Angst, dass der Offline Modus wirklich nur die Teile ausblendet, die ein MMO ausmachen. Am Ende bleibt uns nur Abzuwarten und hin und wieder mal nachzubohren, wie es um dieses wichtige Element des Spieles steht.

    Gruß Riya

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