Warum PvP in MMORPGs nicht mehr funktioniert

Eine gewagte Überschrift, die aber verdeutlicht, dass sich das Genre der MMORPGs weiter entwickelt hat und manche Elemente, wie auch bei anderen Genres, heute einfach überholt sind.

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Warum sollte PvP in MMORPGs nicht mehr funktionieren? Wenn es eine Arena gibt oder spezielle PvP-Gebiete, dann ist das doch nach wie vor eine Option. Doch schaut man sich PvP-orientierte MMOs an, dann fällt auch, dass diese nur noch sehr selten funktionieren. EVE Online hat sich beispielsweise eine große Community aufgebaut und bietet offenes PvP. Doch auch bei EVE Online ist ein stetiger Rückgang der Spielerzahlen erkenntlich – der jetzt durch Einführung des Free2Play-Modells erstmal aufgehalten wurde, weil sich viele das Spiel jetzt kostenlos ansehen wollen.

PvP ist beliebt

Andere MMOs die auf offenes PvP setzen, dümpeln nur so vor sich hin, halten sich mit wenigen Hundert oder wenigen Tausend Spielern gerade so. Und das, obwohl PvP eigentlich so beliebt ist wie nie zuvor. Schaut man sich DotA 2, League of Legends oder Overwatch an, dann sind dies im Prinzip reine PvP-Spiele. Doch in Kombination mit einem MMORPG scheint das Interesse rapide zu schwinden. Nun mögen PvP-Fans ankommen und behaupten, dass dieses Spielelement einfach nie gut integriert worden ist. Liegt das vielleicht daran, dass es fast unmöglich ist, offenes PvP in ein MMORPG zu integrieren? Dies werden wohl die Spiele Crowfall und Camelot Unchained zeigen, die sich auf PvP konzentrieren. Und sie könnten Erfolg haben – was aber an einer Besonderheit liegt.

Und diese Besonderheit heißt: keine Story und keine Quests. Und genau hier liegt der Hund begraben. Offenes PvP plus Quests funktioniert nicht. Wer will schon ständig angegriffen werden, wenn er nur eine Quest abschließen will? Hinzu kommt, dass viele sich eben einfach nicht für PvP interessieren. Ein MMO hat so viel mehr zu bieten. Crafting, Harvesting, Quests, soziale Interaktionen, Housing… Wer dann „mal“ PvP machen will, der hat meist keine Chancen gegen diejenigen, die sich darauf konzentrieren. Man wäre nur ein Lamm, das den Wölfen zum Fraß vorgeworfen wird.

Erzwungenes PvP? Nein Danke!

PvP funktioniert nur noch in Ausnahmesituationen. In MMORPGs in Arenen, PvP-Gebieten oder in speziellen Spielen, die sich rein auf PvP konzentrieren. Entwickler müssen lernen, dass es keine gute Idee ist, Spieler mit irgendwelchen Features zum PvP zwingen zu wollen. Und genau diese Mentalität führt auch dazu, dass PvP immer weniger in MMOs funktioniert. Denn niemand will zu etwas gezwungen werden. Werde ich dann aber plötzlich für PvP freigegeben, weil ich einem NPC etwas gestohlen habe, dann fange ich an, diese Mechanik und das Spiel zu hassen. Denn ich mache kein PvP, bin nicht darauf vorbereitet und muss dann gegen die PvP-Profis kämpfen, die sich daran aufgeilen, einen Amateur niederzumachen. Klasse Spielkonzept! Dann kehren immer mehr Spieler dem PvP den Rücken und es bleibt nur eine Handvoll der Hardcore-PvPler übrig, die ein Spiel nicht lange tragen können.

Ja, die Überschrift „Warum PvP in MMORPGs nicht mehr funktioniert“ war provokant und so auch nicht ganz richtig, sie hat aber eine Aussage. Nämlich, dass sich PvP entwickeln muss, wenn es noch einen Platz in MMOs haben soll. Und diese Entwicklung kann nicht heißen, dass Spieler dazu gezwungen werden. Sonst spaltet sich das Genre in Zukunft nämlich komplett auf, in PvP-Spiele wie Overwatch und PvE-MMOs.

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